TeenKom Blitzjobs
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TeenKom

Die Ökologisierung bzw. Kulturisierung der Arbeitswelt

TeenKom versteht sich als ein soziales mikro-ökonomisches bzw. symbol-ökonomisches Planspiel. Mit der Betonung auf Arbeits»welt« statt Arbeits»markt« schließt sich das Projekt der wachsenden gesellschaftlichen Forderung an, den Arbeitsbegriff aus der monetären und marktsituativen Abhängigkeit zu heben und in einer wertebasierten Gesellschaftsvision zu verankern. Dementsprechend kann Arbeit nicht mehr allein zweckrational verstanden werden. Wichtiger wäre die Frage zu stellen, wie die Arbeitswelt ökologisiert bzw. kulturisiert werden kann.


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Caiju mit TeenKom beim 16. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag, 28. bis 30. März 2017 in Düsseldorf

Caiju war dabei am Stand C72 und führte am Mittwoch 29.3. das Fachforum "TeenKom - meine WerkStadt" durch. ⇩ Mehr

Siehe auch:
⇨ Die TeenKom Entwicklung
von der Utopie bis zum Arbeitsformat. Zusammenfassung der TeenKom Entwicklung seit dem ersten Konzept 2002.

Startsocial
TeenKom gewann 2015 ein Stipendium im bundesweiten Coaching-Programm Startsocial.

 

Hey Bürgermeister...  TeenKom erklärt in 3 Minuten

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Rückblick: 16. Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag, 28.-30.3.2017 in Düsseldorf

Caiju stellte TeenKom vor, leitete Fachforum und führte Blitzjob-Aktion durch

Unser Motto: Nehmen sie Platz auf unserem roten Sofa am Stand von Caiju

Caiju und TeenKom beim 16. Kinder- und Jugendhilfetag in Düsseldorf

v.o.links: Nadine pausiert nach Ankunft aus Berlin, bevor unser rotes Sofa eingerollt wird. Zu unseren Gästen am Stand gehörten auch Bekannte aus Berlin wie Elvira Kriebel vom Paritätischen, die unseren neuen Blitzjobber kennen lernte (mitte links). Die Messetage brachten uns über 30 neue Bekanntschaften von verschiedenen Kommunen, Verbänden und Trägern, die sich in unterschiedlicher Art TeenKom als Modul zur Verbesserung der Reichweite und Handlungsmöglichkeiten der Jugendarbeit vorstellen können. Am Ende, vor der Rückfahrt nach Berlin: erfüllt und gespannt auf die nächste Schritte bei TeenKoms Transfer, konnte Caijus Team (Per Traasdahl, Nadine Kurz und Timo Schuster) die Frühlingssonne genießen.

Jobben als Grundbedarf und Grundrecht für junge Menschen ?!

Im Vorfeld des Jugendhilfetag hatten wir die nächstgelegene Düsseldorfer Jugendfreizeiteinrichtung JFE-Ammerweg kontaktiert und mit dem Leiter Benedikt Hoga ein Experiment vorbereitet: Ein Blitzjobangebot in Form einer Umfrage.

Schließlich übernahmen Emir und Jussuf diese Aufgabe und befragten in den Tagen vor der Messe im städtischen Sozialraum 25 und auf der Messe am ersten Tag 27 Personen zu ihrer Arbeitserfahrungen in der Jugend. Es stellte sich dabei heraus, dass fast alle befragten Erwachsenen in ihrer Jugend gejobbt haben und, dass für Jugendliche heute das Jobben hingegen nicht länger selbstverständlich ist. Woran liegt das?

Ist es schwerer geworden, eine Einsatzstelle zu finden? Wird Jobben durch Eltern oder Gesellschaft als weniger wichtig angesehen bzw. als potentielle Gefährdung von Leistungen in der Schule?

Gegenüber der typischen handvoll Jobs für Jugendliche - Zeitungen oder Flyer verteilen, Babysitten und 2-3 weiteren - bietet TeenKom über 25 verschiedene Tätigkeiten an; u.a. Umfragen, Kunstprojekte und Beiträge für Fachtage. Zudem: TeenKom ist rechtssicher, die Einsatzstelle muss sich nicht um Versicherungen kümmern und nach jedem Blitzjobeinsatz wird mündlich ausgewertet, wobei der Jugendliche auch seine Einschätzung zur Leistung des Kunden abgibt und bespricht.

⇨ Hier geht es zu Film und Gedanken über TeenKom als nachhaltige Lösung zum Thema Jobben

⇨ Mehr zu TeenKom beim 16. DJHT

⇨ Projektseite www.teenkom.de

⇨ Ihr Anliegen: Kontaktformular




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Sinn in Arbeit

Die Grundlage um eine passende Ausbildung und einen Job zu finden

Wie können gerade Jugendliche einen Wert in Arbeitserfahrungen sehen lernen, der über die bloße Funktionalität eines Tuns und die Auffassung von Arbeit als Geldbschaffungs-maßnahme im Dienste des Konsums hinausgeht?

Unseres Erachtens geschieht dies insbesondere durch die Kultivierung der Nebeneffekte, die in Arbeitsprozessen durch die Auseinandersetzung der beteiligten Menschen untereinander entstehen (können): Lebensentwürfe spiegeln sich, Verständigungen und Missverständnisse vermischen sich, unterschiedlichste Gemütsbewegungen kommen ins Spiel, Differenzen tun sich auf, die es zu balancieren gilt; und im allmählichen Einüben von Verhaltensweisen und der Erfahrung der Reaktionen anderer darauf, treten die eigenen Potenziale ans Licht.

Man erfährt in diesem vermeintlich beiläufigen Austausch wer man ist bzw. nicht ist und wer man werden kann und möchte. Diese etwas schwierig greifbare Qualität des Sozialraums ganz allgemein und der Arbeitswelt im Besonderen, schafft Sinn-Orientierung und provoziert Reflexion und daraus entstehende Toleranz. Wir bezeichnen dies als »kulturelle Produktion«. TeenKom mit seinem Blitzjob-Verfahren begreifen wir daher als Beitrag zur wohltemperierten Sozialraumgestaltung, mithin als kulturelle Technik.

 

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Blitzjobs für Jugendliche

Das ehrenamtliche TeenKom Blitzjob-Format vereint Leistungsorientierung mit Fairness und Chancengleichheit. Statt Jugendliche als Problemfälle zu behandeln, werden sie zu Lösungsträgern. Spielregeln sorgen für partizipative Auswertungen und inklusive Verhältnisse.

TeenKom Postkarten

Selbstbestimmten Lebens in einer demokratischen Gesellschaft

TeenKom hat das Ziel, junge Menschen mit Routinen eines selbstbestimmten Lebens in einer demokratischen Gesellschaft vertraut zu machen. Die Entwicklung einer passenden beruflichen Perspektive ist hier logischer Dreh- und Angelpunkt, denn „wer nicht sein eigenes Geld verdient, ist automatisch fremdbestimmt“. Bei TeenKom können Jugendliche/junge Erwachsene in sogenannten „Blitzjobs“ reale, nützliche Arbeitsaufgaben in über 20 Arbeitsfeldern lösen. Sie erkunden unterschiedliche Milieus, erproben Mobilität, üben Selbstmanagement, erfahren Wertschätzung und bessern ihr Taschengeld auf. Bisher wurden in Berlin über 3.500 Blitzjobs von 450 Jugendlichen, vor allem aus sozialen Brennpunkten, durchgeführt. TeenKom kombiniert Integrations- und Nachwuchsarbeit in Kooperation mit freien Trägern, öffentlichen Verwaltungen, Unternehmen und der Handwerkskammer.

Arbeit als Mittel zum Zweck

Der Blitzjob scheint nur auf den ersten Blick ein gewöhnlicher „Job“ zu sein. Die bewuste, durch Coaches begleitete Verortung des „Blitzjobs“ in unserer marktbasierten, leistungsorientierten Arbeitswelt ermöglicht die Teilnehmer*innen, den Sinn von Arbeit, Fairness und Chancengleichheit zu erfahren und zu reflektieren. TeenKom bewirkt Reifebildung junger Menschen, ermöglicht Nachwuchssicherung für Unternehmen, intergenerationellen und interkulturellen Erfahrungsaustausch sowie die Integration besonderer Zielgruppen wie Geflüchtete bzw. psychosozial Beeinträchtigte.

Blitzjobber als Expert*innen ihrer eigenen Anliegen

Als Blitzjobber entwickeln Jugendliche und junge Erwachsene Rollenspiele für Tagungen, diskutieren über Jugendpolitik, setzen eine Jugendumfrage um oder schulen Erzieher*innen in der Nutzung einer neuen App für Kinder. So werden sie zu Expert*innen ihrer eigenen Anliegen.

⇨ Projektwebseite: www.teenkom.de

⇨ Mehr über Die TeenKom Entwicklung, von der Utopie bis zum Arbeitsformat. Zusammenfassung der TeenKom Entwicklung seit dem ersten Konzept 2002.

 

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Das Blitzjob-Format in Funktion

Softwaregestütztes Coaching

Die TeenKom eigene Wissenssoftware dokumentiert, evaluiert und erwaltet alle Personen-Daten und Blitzjob-Einsätze. Coaches erkennen auf einen Blick die Blitzjob-Geschichte jedes Jugendlichen, seine Stärken und Bedarfe sowie die Erwartungen der Kunden. So können sie für jeden Einsatz geeignete Kandidat*innen auswählen

Bedarfsgerechte Förderung

Für die Auswahl gilt stets das Prinzip bedarfsgerechter Förderung beider Seiten. Sie basiert auf zwei alten Weisheiten:

  • nicht die Beschäftigung mit sich selbst, sondern die Bedeutung, die man für andere Menschen hat, ist die Quelle der Motivation.
  • was man kann, zeigt sich erst dann, wenn man es mit anderen teilt bzw. es jemandem beibringen kann.

Wertschätzung und Empowerment

Jeder Mensch hat ein Interesse, ein Hobby oder ein Talent. Diese bergen vielleicht noch kein direktes Ticket in die Berufswelt. Allerdings können sich berufliche Perspektiven durch die Begegnung mit anderen Menschen bilden, indem Teilnehmer*innen ihre Interessen bei Blitzjobs erforschen. Blitzjobber finden Gleichgesinnte, Vorbilder, Rollenmodelle, Mitstreiter*innen und vor allem Menschen, die sie wertschätzen. Kunden werden zu Mentor*innen für Jugendliche und spielen selbst eine wichtige Rolle für die Gestaltung der Zukunft.

 

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Rolle der Coaches

Anders als in der traditionellen Jugendarbeit spielen weder nahgelegene Räume noch Beziehungsarbeit für das Instrument TeenKom eine entscheidende Rolle. Unsere Ziele sind Partizipation, Motivation und Inklusion. Hier muss die Aktivität von den jungen Menschen selbst ausgehen. Aufgabe der Coaches ist es, die Tür zu Lebens- und Arbeitswelten für Jugendliche zu öffnen und nutzbar zu machen. Wir betrachten dies als einen grundlegenden Auseinandersetzungsprozess zwischen Jugendlichen und Gesellschaft. Aus dieser Perspektive ist Arbeit ein Mittel zum Zweck. Sie dient Jugendlichen schlicht als eine Ressource der Selbsthilfe. Infolgedessen bezeichnen wir die Handlungsform der Coaches als »akupunkturelle Intervention«. Sie greifen möglichst nur punktuell ein und eröffnen durch das neue Zusammenspiel bereits bestehender Ressourcen einen jugendgerechten Handlungsrahmen. Institutionen der Jugendhilfe werden dabei genauso wie die TeenKom-Kunden zu 'partners in crime'. Gemeinsam mit den Coaches sind sie Katalysatoren auf einem Weg, den die Jugendlichen selbstständig beschreiten müssen. 

Verwaltung und Abrechnung

Alle Blitzjobs werden einmal monatlich abgerechnet. Es gehört zum Konzept, dass zwischen Kunden und Blitzjobbern kein Finanztransfer stattfindet. Die Beziehung zwischen ihnen kann sich so auf ideelle und fachliche Werte stützen. Auszahlungen übernehmen Coaches, die diese Gelegenheit für Reflexionsgespräche nutzen. Probleme werden durch TeenKom aufgefangen und bearbeitet. Jugendliche lernen den Umgang mit Geduld und vorangehender Leistung wie im richtigen Arbeitsleben. Kunden bezahlen Rechnungen bequem per Überweisung.

 

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Über 3.000 Blitzjobs für Jugendliche

Aus den TeenKom Spielregeln

Blitzjobber sind per definitionem nicht fachgelernt; Kunden wissen das und sind mit wechselnden Leistungen – »man gibt sein Bestes« – einverstanden. Da zudem Blitzjobber unter einem (stadtweit einmaligen) selbstgewählten Alias auftreten, sind Jugendliche zwar eindeutig identifizierbar, doch dem Kunden bleibt die wahre Identität und Vergangenheit der Jugendlichen unbekannt. Zudem haben Kunden kein Recht, darüber Auskunft zu bekommen. Inklusion wird hierdurch zur Realität.

Für die Leistung der Jugendlichen bei ihren Einsätzen in den Blitzjobs lassen sich keine globalen Qualitätsstandards angelegen. Qualität ist in diesem Zusammenhang dynamisch zu verstehen. Aus den je speziellen Bedingungen eines Jugendlichen im Verhältnis zum jeweiligen Arbeitsauftrag müssen immer neue Maßstäbe zur Interpretation passgenau erwogen werden. Aus dieser Beweglichkeit entsteht ein Raum für Vielfalt – hinsichtlich verschiedener Tätigkeitsbereiche, heterogenen Matchings von Jugendlichen, Rückkopplung zu den Elternhäusern, zu Schulen und zu anderen Jugendprojekten sowie auch im Hinblick auf die Arbeit mit verschiedenen Altersgruppen und unterschiedlichen kulturellen und sozialen Kontexten.

Für das Teilnehmer*innenvolumen wird bei TeenKom gezielt eine Drittelung angestrebt: Zirka ein Drittel der Blitzjobber ist als gefährdet einzuschätzen, d.h. diese Jugendlichen können keinen betrieblichen Ausbildungsplatz finden oder können in der Berufsschule nicht bestehen. Das zweite Drittel ist stark gefährdet und bereits von Suchtproblemen, Kriminalität oder anderen psychosozialen Belastungen betroffen. Darunter finden sich z.T. auch solche jungen Menschen, deren Verbindung zu öffentlichen Hilfeleistungen bereits abgeschnitten worden ist oder die sich selbst von den Hilfesystemen abgekoppelt haben und jetzt bei Verwandten oder Freunden leben. Das letzte Drittel sind Jugendliche, die das Blitzjob-Verfahren vielleicht nicht bräuchten, die aber gerne die Joberfahrungen und das Taschengeld mitnehmen.

Somit entsteht insgesamt eine bunt gemischte Teilnehmer*innengruppe. Dabei wird der Inklusionsgedanke auch unter den Jugendlichen verbreitet, z.B. durch Blitzjobs, die Teamwork erfordern oder durch gezieltes Peer-Coaching durch sogenannte Team-Leiter*innen oder Junior-Coaches. Innerhalb von Blitzjobber-Teams sind alle gleichwertig; was hier zählt ist Blitzjob-Erfahrung und Lösungsorientierung bei der Ausführung der Tätigkeiten. Für den TeenKom-Coach besteht vor jedem Blitzjob immer wieder eine kleine Herausforderung darin, aus der Gesamtkapazität der Blitzjobber eine gute Wahl zu treffen und Konstellationen zu arrangieren, in denen auch die Kunden zufriedengestellt werden können.

 

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Auskunft zum Blitzjob-Verfahren

„TeenKom – Blitzjobs für Jugendliche“ ist ein Instrument der Integrations-, Nachwuchs- und Gemeinwesenarbeit. TeenKom gibt jungen Menschen ungeachtet von Benachteiligungen durch ihr soziales Erbe bzw. Bildungs- und Gesundheitshintergründen die Möglichkeit, gesellschaftliche Teilhabe in der Rolle als Verantwortungs- und Entscheidungsträger exemplarisch zu realisieren.

Details der Blitzjob-Ausgestaltung

  • Als Blitzjobs kommen nur Tätigkeiten vor, die keiner fachlichen Vorbildung bedürfen. Die Einsätze können in allen Sektoren stattfinden, bei gemeinnützigen und gewerblichen Unternehmen, bei öffentlichen Institutionen sowie bei Privatpersonen.
  • Caiju e.V. schließt als TeenKom Trägerverein Dienstverträge mit den Verantwortlichen für die Einsatzstellen ab (TeenKom-„Kunden“), wobei weder ein genaue Leistung noch ein genaues Ergebnis des Blitzjob-Einsatzes vertraglich zugesichert wird.
  • Blitzjobber sind ehrenamtlich für den TeenKom Trägerverein tätig. Sie tragen dazu bei, den ideellen Satzungszweck des Vereins mit umzusetzen, und erhalten dafür Aufwandsentschädigungen im Rahmen der Ehrenamtspauschale.
  • Nicht ein wirtschaftlich optimales Geschäft steht bei TeenKom im Vordergrund, sondern die Idee, dass junge Menschen selbstbestimmt und unter möglichst realen Bedingungen, ohne hohes wirtschaftliches Risiko durch gesellschaftliche Beteiligung reifen können.
  • Der Kunde ist nicht nur Leistungsempfänger, er trägt auch maßgeblich zum Coaching der Blitzjobber bei. Diese Einbindung in das Qualitätsmanagement ist als ehrenamtliches gesellschaftliches Engagement anzusehen. TeenKom Kunden unterstützen somit die Chancengleichheit und gesellschaftliche Integration der Jugendlichen.
  • Nach jedem Blitzjob führen Coaches Auswertungsgespräche durch, die der Reflexion und Überprüfung der geleisteten Arbeit dienen. Der Kunde bewertet den Jugendlichen (Note 1 bis max. 10 und eine Begründung) und der Jugendliche gibt dem Kunden eine Note. Bei Bedarf erhalten die Jugendlichen ein Zertifikat mit Bewertungen aus sämtlichen Blitzjobs sowie Fremdeinschätzungen der Kunden und Empfehlungssätze der Coaches.
  • Der TeenKom Kunde hat keinen Anspruch auf den Einsatz bestimmter Jugendlicher. Er ist auch nicht berechtigt, die Identität der eingesetzten Jugendlichen zu erfahren. Die Jugendlichen handeln als Blitzjobber unter einem Alias und werden durch Caiju e.V. ausgewiesen. Zusätzlich zum Jugendarbeitsschutzgesetz wirken diese Spielregeln Diskriminierung und Ausgrenzung entgegen. Sie bilden den Rahmen für Schutz und Inklusion der Blitzjobber.
  • Durch Blitzjobs wird kein Vertragsverhältnis zwischen dem Kunden und einem Jugendlichen begründet. Die Blitzjob-Einsätze erfolgen unentgeltlich. Insbesondere Änderungen des Arbeitsortes, der Arbeitsdauer und der Art der Tätigkeit können nur zwischen Caiju e. V. und dem Kunden vereinbart werden.
  • Blitzjobber sind satzungsgemäß Mitglieder beim Trägerverein von TeenKom mit einer Mitgliedschaft von 12 Monaten. Eine Neuaufnahme ist nach 2 Monaten Pause möglich. Blitzjobber besitzen kein Stimmrecht und sind nicht beitragsverpflichtet. Alle Blitzjobber sind unfall- und haftpflichtversichert im Rahmen ihrer Tätigkeit für Caiju e.V.
  • Blitzjobs stellen eine rechtssichere Alternative zur Schwarzarbeit unter Jugendlichen dar. Blitzjobber sind ausschließlich tätig im Rahmen der Ehrenamtspauschale (720 €/Jahr). Dem zufolge muss der Blitzjobber nicht bei der Sozialversicherung angemeldet werden und auch keine Sozialabgaben bezahlt werden. 
  • Aufwandsentschädigungen für Blitzjobber werden nach § 82 SGB XII bis zu 200 €/Monat nicht auf das Einkommen oder die Sozialleistungen angerechnet. Für geflüchtete Blitzjobber im Leistungsbezug nach §2 AsylbLG gilt dies ebenfalls da die Ehrenamtstätigkeit für den eigenen Verein stattfinden.
  • TeenKom ist Realität und Rollenspiel zugleich. Als Rollenspiel steht TeenKom in der Tradition einer künstlerischen sozialen Intervention. Durch die terminologische Nähe zum „Jobben“ wird eine Wertediskussion zu Leistungsorientierung und Nützlichkeit angeregt: Von der „kleinen Nützlichkeit“ der Blitzjobs mit fremdeingeschätzten Wertschätzungen, bis hin zum großen Nutzen der gesellschaftlichen Teilhabe und zu Diskussionen über Fairness.

Das TeenKom Projektsystem versteht sich als ein Gesamtpaket aus softwareunterstützten Verfahrensstandards, Coachingstandards sowie Praktiken der sozialen Intervention und Vernetzung. Ein Eindruck von den methodischen Besonderheiten und der TeenKom Wertegrundlage bekommt man in der Publikation ⇨ Ein Beispiel akupunktureller Intervention in der Jugendarbeit.


Berlin 2016