TeenKom Blitzjobs
 

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Die TeenKom Entwicklung

Von der Utopie bis zum Arbeitsformat

Zusammenfassung der TeenKom Entwicklung seit dem ersten Konzept 2002

Als der in Berlin lebende Dänische Künstler Per Traasdahl 2002 in ein Berliner Brennpunktprojekt jobbte und erlebte, wie eingeschränkt Jugendliche Verantwortung ermöglicht wurden entstand die Idee, mit TeenKom den Einfluss der sozialen Herkunft auf die Beteiligung Jugendlicher entgegenzuwirken.

 

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Innovationspreis 2002

Drei Migrant*innen entwerfen das TeenKom Konzept
und gewinnen die 1. Innovationspreis der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin

2002 führten drei Akteur*innen aus Caijus Vorläuferprojekt ArtSourceLab - die aus Russland stammende Kulturmanagerin Svetlana Danilova, ihr 14jähriger Sohn Vitali und der dänische Künstler Per Traasdahl - ein Gespräch über neue Kommunikationsmittel unter Jugendlichen. Dabei kam die Idee auf, dass man eine Form von Spiel entwerfen könnte, mit dem Jugendliche ein Netzwerk bilden und damit Dienstleistungen in ihrem Stadtteil anbieten könnten.

Per, der im Jahr zuvor von Zürich nach Berlin gezogen war und ArtSourceLab gegründet hatte, unternahm in der Zeit - neben Ausstellungen und Aufträgen der Malerei - konkrete Schritte für die geplante "soziale Intervention". Ein Honorarjob in einem Bauwagenprojekt für Jugendliche im Neuköllner Brennpunkt Gropiusstadt bot die Gelegenheit zu erfahren, wie der alte Slogan „die Teilnehmer*innen abholen, dort wo sie stehen“ in die Praxis umgesetzt werden kann. Der Umgang mit Jugendlichen auf Augenhöhe wurde groß geschrieben, aber eben nur solange es nicht um wirkliche Macht ging, beispielsweise bei Fragen zur Schlüsselgewalt, Öffnungszeiten und Geld.

Das neue Projekt, das bald den Namen TeenKom fand, sollte den Jugendlichen das Rüstzeug mit auf den Weg geben, eigenes Unternehmertum zu entwickeln und wahre Verantwortung zu tragen. Und so fingen die drei Migrant*innen an, zu formulieren und zu zeichnen – es wuchs eine eigene Welt mit besonderen Rollen, Rechten und Verantwortungsbereichen. Alles natürlich mit den damals neuesten Kommunikationsformen wie SMS und Internet.

TeenKom 1. Konzept Organigramm 2002

Mit den gebündelten Erfahrungen aus der Wirtschaft, der Kunst und aus den Wahrnehmungen eines Jugendlichen schien TeenKom zunächst eine bloße Utopie zu sein. Aber es machte eine Menge Spaß, sich Rollen und eine eigene Terminologie auszudenken. Es entstanden Bezeichnungen wie Citizen Executive (CE), Extroverted Feedback Service (EFS), Host Implemented Networking (HIN) und Growth Preference Tracking (GPT).

Das fertige Konzept dieses 1. TeenKom Masterplans wurde zu einem Wettbewerb der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin geschickt, und groß war die Freude, als das Konzept den 1. Innovationspreis gewann und Jurymitglied Sigrid Klebba ihre ernstgemeinte aber auch heitere Laudatio sprach.

 

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Das Pilotprojekt 2005

Schöneberg Nord, Sommerhalbjahr 2005: Von internationalen Fachkreisen bis zum Bügelbrett auf dem Winterfeldplatz

TeenKom als Modell interdisziplinärer Wissenswelten

Mit dem Innovationspreis 2002 war die TeenKom-Idee real geworden. Es folgte viel Aufmerksamkeit, jedoch ganz anders als vorgestellt von den Quereinsteiger*innen bei ArtSourceLab. Im Bereich der konkreten Jugendarbeit konnte bis 2005 nur ein kleiner Kreis von Interessent*innen für TeenKom gewonnen werden. War die Idee zu schräg, Inklusions- und Reifeprozesse unter Jugendlichen mittels bezahlter kleiner Jobs anzustreben? Oder lag es eher daran, dass es zwar Förderprogramme für betreute Praxisübungen gab, aber scheinbar keine für den Einbezug von Privatpersonen und Unternehmen als Auftraggeber*innen in ein mikroökonomisches Planspiel für junge Menschen? 

Während in diesen Jahren der Transfer von TeenKom in die Praxis undurchführbar erschien, wurde das Konzept - noch bevor ein erster Blitzjob durchgeführt worden war - bei Vorträgen und Workshops von ArtSourceLab an Fachveranstaltungen vorgestellt. Mit Interesse diskutierte ein internationales Publikum von Wissenschaftler*innen und Fachleuten TeenKom, u.a. auf dem 8. Kongress Armut und Gesundheit an der Charité Campus Virchow-Klinikum 2002, auf der VIII European Conference on Traumatic Stress, 2003 in Berlin (mit dem Workshop: "Art-methodologies bridging intrapsychic and social safe-place conceptions"), und auf der 5th European Conference for Community Psychology 2004 an der FU in Berlin.

Zu den Auseinandersetzungen in den verschiedenen Wissenswelten folgte 2004 ArtSourceLabs Wahl als stimmberechtigtes Mitglied in das noch junge Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE), der deutschen Dach-Plattform für die Themen "Partizipation" und "Beteiligung".

⇨ Mehr über die fachpolitische Arbeit bei Caiju und seinem Vorläuferprojekt ArtSourceLab seit 2009 unter ⇨ Der rote Faden

 

TeenKom Trailer, Null-Punkt-Strategie, Psychologie der Beteiligung

Nach einigen Jahren mit Hauptfokus auf internationale und nationale Wissens- und fachpolitische Felder ergab sich im Sommerhalbjahr 2005 die kuriose Situation: Vormittags wurde TeenKom auf einer Tagung oder bei einer bundesweiten Sitzung vorgestellt und nachmittags begann nun die Umsetzung in die Praxis - oft mit dem Fahrrad, auf dem ein Bügelbrett, Tischtuch und Papier transportiert wurden. Am Schöneberger Winterfeldplatz entstand der erste TeenKom-Informationsstand zur Akquise möglicher Teilnehmer*innen.

Ein kleines überschüssiges Budget beim Verband für sozial-kulturelle Arbeit (VskA) hatte ein TeenKom Pilotprojekt für den Brennpunkt Schöneberg Nord ermöglicht. Mit VskA-Geschäftsführer Herbert Scherer und seinen Mitarbeiter*innen Hella Pergande und Willy Essmann vom VskA-Projekt Outreach war bereits seit 2003 ein Dialog geführt worden. Sie waren jetzt für das Experiment TeenKom bereit.

TeenKom Trailer Winterfeld Platz Sommer 2005
Sommer 2005: Mittels Bügelbrett und Tischtuch wurde der TeenKom Stand schnell errichtet. Gespräche mit hunderten von Bewohner*innen aus dem Kiez fanden statt und Jugendliche wurden geschult und beauftragt aufsuchend unterwegs zu sein und für ihr Jobprojekt zu werben.

Bei der gewählten "Null-Punkt-Strategie" sollte es darum gehen, den Dialog mit Menschen im Quartier möglichst direkt zu suchen.  Das Team wollte untersuchen, wie sich individuelle und gruppenbasierte handlungsorientierte Motivation unter Jugendlichen sowie unter deren möglichen Auftraggeber*innen bildet oder eben nicht bildet. Welche Mechanismen öffnen die Türen zu Zivilcourage, zu der Bereitschaft beider Parteien, sich auf einen Deal um eine Jobgelegenheit einzulassen? ...wohl wissend, dass mit anderen Ergebnissen und Erlebnissen zu rechnen sein würde, als auf dem regulären Arbeitsmarkt!

Ein Runder Tisch mit Akteur*innen der Quartiersarbeit vor Ort (Expert Stakeholder) wurde etabliert, hunderte Gespräche fanden auf dem Winterfeldplatz statt, Gruppen von Jugendlichen wurden angesprochen, aber Erfolg zeigte sich erst nach einer Änderung der Strategie zum Ende des Sommers. Nachdem nur noch Einzelpersonen - Jugendliche und mögliche Auftraggeber*innen - auf ganz konkrete Blitzjobs angesprochen wurden, brachen die Dämme und erste Blitzjobs konnten stattfinden.

Was gelernt wurde

  1. Vorteilsorientierung - Statt bei den Menschen für den guten Zweck zu werben und sie mit Appellen zur Teilnahme motivieren zu wollen, sollte sich auf die Vorteile konzentriert werden, die die jeweiligen Zielgruppen durch die Teilnahme haben. Psychologisch gesehen ist der non-profit Markt hier nicht viel anders als der for-profit Markt.
  2. Blitzjob Auftraggeber*in können alle sein - Es lässt sich nicht generell bestimmen, wer eine mögliche Auftraggeber*in für Blitzjobs wäre. Die Nutzens-Analyse ist generell. Menschen reagieren unterschiedlich auf die Idee, Jugendliche bei sich Blitz-jobben zu lassen. 
  3. Mundpropaganda und Zufall - Weder konventionelle Werbung noch Gruppenansprachen, sondern direktes "face-to-face", Mundpropaganda und Zufallsbegegnungen bilden die effizientesten Wege zu verbindlichen Teilnehmer*innen. Entscheidend ist die gegenseitige Integrität.
  4. Glaubwürdigkeit ist auch ein Spiel - fragt man eine*n möglichen Auftraggeber*in ob die Bereitschaft da wäre, ein paar Jugendliche Jobben zu lassen, fragen diese meist zurück: "Wer ist das, lass die mal vorbeikommen, dann sehen wir...". Fragt man Jugendliche, ob sie Interesse an einem Blitzjob hätten, fragen diese: "Um was gehts, wo ist es, für wen und wie ist die Bezahlung..."  Auf beiden Seiten also Restriktionen, womit - auf dem Papier - das Geschehen nie ins Laufen gebracht werden kann. Warum? Weil sich die Zielgruppen nach ihren Ängsten orientieren. Der einzige Weg die Menschen auf einem Ressourcen orientierten Weg mitzunehmen ist das Vorgehen ansich: Das "Spiel" selber stark und überzeugend zu gestalten. Die Projektcoaches müssen neben AGBs und rechtsicheren Vorgängen eigens für die Vorgänge erstellten Spielregeln zur Hand haben, sodass keine Einzelperson sondern "die TeenKom Spielkultur" Vorurteile und denkbare Risiken im Vorfeld unterbinden, minimieren oder ganz auf sich nimmt. 
  5. Volumen und Software - Um 3 Blitzjobs passgenau durchführen zu können braucht es mindestens 10 Jugendliche Kandidat*innen. Um diese zu erreichen braucht es 30 Kontakte und 100 Gespräche im Vorfeld. Um wiederum 10 Jugendliche Blitzjobber zu haben, braucht es mindestens 10 Auftraggeber*innen (um dem vielfältigen Interesse der Jugendlichen entsprechen zu können), und dafür müssen 50 mögliche Auftraggeber*innen und 200 Gespräche geführt worden sein. Alles "Handarbeit" der Projektentwicklung, bis eine Welle des Erfolgs einige Personen getroffen hat und daraus dann ein gewisser Selbstläufereffekt zu wirken anfangen kann. Fazit: Ein zugleich vielfältiges und passgenaues (inklusives) Netzwerk kann nur ab einer gewissen Größe gut laufen. Ab einer solchen Größe können die Prozesse nur durch Softwareunterstützung überschaubar werden. 

Weitere Aufgaben

Der TeenKom Trailer sollte nicht in ein reales Blitzjob-Netzwerk münden. Dafür war auch die Laufzeit von einem 3/4 Jahr zu kurz. Vielmehr bestand die Aufgabe des Projekts darin, die Herausforderungen für die weitere Entwicklung genau zu definieren:

  1. StarterKits beinhalten die TeenKom-eigenen Spielregeln, rechtliche Informationen und ein Anmeldeformular in doppelter Ausführung. Vorgaben für standardmäßig durchgeführte mündliche Auswertungen nach allen Blitzjobs mussten ebenfalls entwickelt werden.
  2. Spielregeln - "so wenig wie möglich, so viel wie nötig". Hierfür musste unser Innovationswerkstatt und weitere Pilotprojekte dienen um Erfahrungen sammeln zu können bspw. zum Thema "Alias" für Blitzjobber, Auswertungs- und Kommunikationsmethoden, Mischung von Blitzjobber in Teams, JuniorCoaching, die Klärung von Schnittstellen zu Institutionellen Systemen für Jugendliche wie Schule, Jugendklubs, Familien etc.
  3. Softwareentwicklung - Eine Software für Akquise, Profilierung der Teilnehmer*innen, Planung, Durchführung, Auswertung und Zertifizierung von Blitzjobs sowie für Rechnungserstellung und Buchhaltungsvorstufen musste entwickelt werden. Da dies nicht alles auf einmal finanzierbar war und auch die optimale Struktur nur Stück für Stück erkannt werden konnte, musste ein mehrjähriger Software-Entwicklungsplan erstellt werden und die eingesetzten Technologien mussten jederzeit erweiterbar sein.
  4. Fundraising für ein Modellprojekt - Für ein mehrjähriges Modellprojekt musste ein Berliner Stadtgebiet mit geeigneten und motivierten Kooperationspartner*innen gefunden werden.
  5. Weitere offene Fragen - erst während einer längeren TeenKom Laufzeit würden weitere Fragen beantwortet werden können, wie beispielsweise: Wie sieht das Anforderungsprofil eines TeenKom Coachs aus? Wie werden die Rechnungstellung, der Zahlungsverkehr sowie der Versicherungsschutz optimal gestaltet? Wie werden Blitzjob Auftraggeber*innen mit den Spielregeln wie z.B. den Alias-Namen der Jugendlichen oder die Rotation bei Stammjobs umgehen? Welche Rolle spielt TeenKom im Bezug auf den beruflichen Werdegang der Jugendlichen? 
Ali und Buri - Blitzjob Flyerfalten

Die ersten Blitzjobber Ali und Buri beim Flyerfalten... 

Ali und Buri - Blitzjob Inventur

und beim Inventur im Kiosk um die Ecke

Acht Blitzjobeinsätze wurden filmisch festgehalten

Hier klicken für Filmansicht an kleinere Geräte


Video-Feedbacks von teilnehmende Auftraggeber*innen

Hier geht es zum Film

TeenKom Trailer - Auftraggeber*innen über TeenKom

TeenKom Trailer - Vor Ort Community

Die 10 mitwirkenden Jugendlichen, 8 Auftraggeber*innen und der leitende Coach Per Traasdahl. Der TeenKom Trailer 2005 konnte die Annahme bestätigen, dass Jugendliche gut und gerne mehr Verantwortung tragen wollen und können als ihnen allgemein zugemutet wird. Ebenso, dass Vorbehalte der Privatpersonen und Gewerbetreibenden, Jugendliche für sich jobben zu lassen, überwindbar sind. 

Erst 2008 ist es gelungen, ein 4½-jähriges Modellprojekt in Treptow-Köpenick zu starten. In den Jahren der Vorbereitungen gab es viel zu tun. Den "real-case" Blitzjob-Betrieb vorzubereiten und rund um TeenKom die Schnittstellen zur Schule und zu Sozialräumen besser kennen zu lernen und dabei über TeenKom hinaus mit Fachleuten und Jugendlichen  ⇨ Methoden für Matching und Praxisbetreuung zu untersuchen und zu optimieren. Daraus entstanden dann auch eigene Handlungsfelder mit einer Reihe von Pilot- und Modellprojekten.   ...Mehr 

 

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The Flash-Job Campaign

Neukölln 2008, TeenKom als (Kunst-)Interventionsmodelein. Ein Beitrag zum internationalen Kunstfestival "New Life Berlin" 

Im Frühling 2008, wenige Monaten vor dem Beginn des mehrjährigen TeenKom Modellprojekts in Treptow-Köpenick (siehe nächster Abschnitt), konnte TeenKom im Rahmen des internationalen Kunstfestivals "NEW LIFE BERLIN" für ein paar Wochen zu seinen Ursprüngen als Kunst-Interventionsmodell zurückkehren. 

Internationale Kunstfestival NEW LIFE BERLIN 2008

Der Aufruf zur Teilnahme als "Katalysator" in der "Blitzjob-Kampagne" wurde international auf der Plattform wooloo.org und national im Newsletter vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) publiziert und begann wir folgt:

Es wurde viel geredet, jetzt kann gehandelt werden!

Wer hat es nicht satt, immer zu hören, dass es kein Vertrauen mehr zwischen den Menschen gibt, dass Arbeitslose sowieso nicht arbeiten wollen, dass Jugendliche nur Probleme schaffen, dass Ausländer und Deutsche sowieso nicht miteinander klar kommen? Die Blitzjob-Kampagne will alle Klichees aus dem Weg räumen und selber die Temperatur der Wirklichkeit messen.

Flash Job Campaign Flyer     

Die Akquise gelang und der Newsletter zum Auftakt lautete wie folgt:

Die Blitzjob-Kampagne bewegt Berlin

"Katalysatoren aus Mexico, USA, Canada, Italien, Schweiz, Polen und Deutschland sind bereit, das Ungewisse in Neukölln zu erforschen. Die Blitzjob-Kampagne wird nicht durch Werbung oder etablierte Organisationen lanciert, sondern durch sogenannte "Katalysatoren", das sind Personen, die rausgehen, um mit Menschen in Kontakt zu kommen, die die Themen der Kampagne in Bewegung bringen und davon berichten. Menschen wie Dich und mich mit der Frage: Sind Sie bereit, einem anderen Mensch zu vertrauen, der auch bereit ist, Ihnen zu vertrauen? Ist der Ladenbesitzer bereit, einem Jugendlichen zu vertrauen, der sich bereit erklärt hat, ein paar Stunden zu jobben und dabei sein Bestes zu geben? Sie kennen einander noch nicht, aber sie könnten gegenseitigen Respekt erfahren und gemeinsame Interessen finden – durch den BlitzJob! Keine Jobbörse, keine Bewerbungsunterlagen, kein Briefverkehr, sondern: Hier zählt die spontane Begegnung, Mund-zu-Mund-Propaganda und das Geben-und-Nehmen-Prinzip: Das, was sich für den Gebenden lohnt, bringt dem Nehmenden einen Vorteil!"

Flash Job Campaign opening workshop

Flash Job Campaign opening workshop

Jugendliche eingeladen als Diskutanten

Teenagers invited as discussants


Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und das Amt für Statistik Berlin Brandenburg stellten eine Reihe von Übersichtskarten und Karten mit statistischen Daten für das Projekt zur Verfügung. Im Auftrag der neuen internationalen Kunstzeitung FAIR führten die Katalysatoren die Blitzjob-Kampagne "fair survey" durch: Gespräche mit Menschen aus verschiedenen Gruppierungen in Neukölln wurden zum Thema Fairness befragt. Die Ergebnisse sind in der Juli-Ausgabe der Zeitung erscheinen. Willy Essmann, Projektleiter von OUTREACH, ein berlinweites Projekt für Straßensozialarbeit, besuchte die Katalysatoren der Kampagne und gab einen Workshop. Die Initiative "SchönBunt" und das Mehrgenerationenhaus Sonnenhaus luden die Katalysatoren der Blitzjob-Kampagne zur Teilnahme an einer Zukunftswerkstatt für den Stadtteil Berlin Schöneweide am 7. Juni ein. Am gleichen Abend war die Blitzjob-Kampagne zu Gast im Rahmenprogramm von NEW LIFE BERLIN bei LIVE REVIEW von Open Dialogues. Die Bereitstellung von Starterkits für die Katalysatoren (Taschen und Büromaterial) wurde von den Firmen SkyRanch und POK gesponsert.

Ergebnissbeispiel

Die Amerikanische Künstlerin Shelton Walker aus New York machte ein seltsames Erlebnis. Sie schaffte es, auf dem Markt an einer S-Bahn Station, einen Blitzjob zu akquirieren. Minuten später fand sie (unauffällig) eine junge Frau welche als Blitzjobberin arbeitete. Alles wurde dokumentiert und erst am Abend erfuhr sie, dass sie gar nicht in Neukölln, sondern in Schöneweide unterwegs gewesen war.

fjc-Shelton.Blitzjob fjc-Shelton.Blitzjob
fjc-Shelton.Blitzjob fjc-Shelton.Blitzjob

Auszug von Rezention von Kathryn Fischer vom Englischen Kritiker-Projekt Open Dialogues:

"...the magical aspect of the project was that the borders of Flash Job Campaign were more fluid than the “rules of the game,” rules that were initially delineated not only in terms of the map, but in terms of how catalysts had to improvise to make the jobs happen. And by letting these rules soften, and improvisation move in, the catalysts learned that the process was the art. The final product, of making a match and fulfilling a flash job, was the icing on the cake. As one of the participants said, “it wasn’t until I stopped concentrating on the word “job” that I actually found one.” It wasn’t until they let the map fly away that they saw what lay within it."

⇨ Mehr:  Interview von Kathryn Fischer und Eleanor Hadley Kershaw mit Per Traasdahl (auf Englisch)

 

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Das Modellprojekt 2008 - 2012

Schöneweide ab Mitte 2008. Erstes "Real-Case" - TeenKom bewährt und verbreitet sich

Nach dem Pilotprojekt "TeenKom Trailer" (siehe oben) 2005 in Berlin Schöneberg Nord, erfogten viele Korrekturen an den Umsetzungsideen. Erst danach wurden berlinweit weitere Vernetzungen und Planungsgespräche hinsichtlich einer längeren softwaregestützten Modellphase angegangen. 

Berlin Treptow-Köpenick

Schließlich entschieden sich zwei Stadtteilzentren aus dem Bezirk Treptow-Köpenick, die Rolle der Trägerschaft in einer Modellphase im Rahmen der Zukunftsinitiative Stadtteil (ZIS) zu übernehmen. Gefördert wurde dies von dem EU Fonds für regionale Entwicklung der (EFRE) und dem Land Berlin: Rabenhaus e.V., Das Nachbarschaftshaus in Köpenick, damals unter der Leitung von Miriam Ehbets, und dem Eigeninitiative, das Selberhilfezentrum Treptow & Köpenick, damals unter der Leitung von Bettina Eden, ermöglichten TeenKom-Schöneweide, indem sie an den vielen Türen der EU bzw. des Landes Berlin klopften, um das System in den Bezirk zu holen.

Das TeenKom Betriebssystem wird hochgefaren und bekannt

Trotz aller Komplexität und Ängstlichkeit soll TeenKom im Alltag verständlich und positiv rüber kommen. Emotionen müssen transportiert werden. Deshalb beauftragte TeenKom den Zeichner Boris Boll-Johansen, das Blitzjob-Geschehen darzustellen.

TeenKom Postkarte - im Sozialraum unterwegs

Im Sozialraum unterwegs

Zuhause bei fremden Menschen


Während es im Pilotprojekt in Schöneberg darum ging durch runde Tische und Probejobs zu sehen, unter welchen Umständen Jugendliche und Bürger*innen bereit sind, sich im Rahmen von kleinen Hilfsarbeiten aufeinander einzulassen, wurde TeenKom für ein erstes dreijähriges "real-case" bzw. Modellphase in Stellung gebracht. Damit einhergehend wurde die Basisversion einer eigens für das TeenKom-System konzipierten Software erstellt. Bei umfassenden Stadtbegehungen wurden Privatleute und Gewerbetreibende in Schöneweide und umliegenden Stadtteilen angesprochen.


Das "Hochfahren" des TeenKom Betriebes bedarf ein Gemisch von Expansion und Zurückhaltung. Die Anzahl der Blitzjobber und die Anzahl der Blitzjob-Optionen müssen balanciert sein, sonst kann TeenKom nicht "liefern" und Enttäuschung entsteht. Aus den ersten Monaten gibt es deshalb nur einstellige Volumenziele. Erst wenn eine Basis der Teilnahme gesichert ist, kann ein sprunghafter Zuwachs ohne Querverlust - wie im März 2009 - hantiert werden.

Nach einem halben Jahr aufsuchender Arbeit, knapp 20 registrierten Auftraggebern und ca. 20 jugendlichen Blitzjobbern, kam ab März 2009 der Durchbruch. Mit einer Reihe neuer Auftraggeber*innen unterschiedlichster Tätigkeitsfelder, die als Anbieter von Praxisoptionen für die Jungendlichen verbucht werden konnten. Das Projektgebiet wuchs von selbst über Schöneweide hinaus und die Anzahl teilnehmender Jugendlicher konnte von diesem Zeitpunkt an sukzessiv erhöht werden. Grundlage dieser Ergebnisse waren nicht zuletzt die zahlreichen Kooperationen mit Firmen, Vereinen und Behörden, ohne die eine fortlaufende Optimierung und Pflege des TeenKom-Systems nicht möglich gewesen wäre. Cirka ein Drittel der Blitzjobber kamen durch diese Kooperationspartner individuell zu TeenKom, andere durch Direktbegegnungen im Stadtteil sowie durch Mundpropaganda. Insgesamt wurden 2009 über 400 Blitzjobs von gut 60 Blitzjobbern für 50 Auftraggeber durchgeführt. Umgerechnet ergaben sich daraus über 1.200 Stunden Arbeitswelterfahrung für Jugendliche aus dem Projektgebiet.

Film & Presse

Vier Blitzjob Beispiele: Ein Wandgemälde für ein Sportklub, 927 geputzte Fenster für eine Schule, Gartenarbeit bei Privatvilla, Reparatur und Anstrich von eigenen TeenKom Fahrrädern.

Hier klicken zur Filmansicht für Geräte mit kleinerer Auflösung


Mehrere Publikationen in "Mainstream-Medien" zeigten, dass TeenKom endlich in der Praxis und dem alltäglichen Leben angekommen war. Es war nicht mehr bloß ein Modell für die Theorie

TeenKom - BZ Berliner Helden
Wandbild Enthüllung
Zeitschrift Lisa
Wandgemälde Putzarbeiten

TeenKom kommt bereits 2009 gemeinwesenorientiert an und wird bekannt mit Artikeln in der Reihe "Berliner Helden" der Berliner Tageszeitung BZ, in Deutschlandweiten Wochenmagazinen wie "Freizeitspass" und "LISA" sowie mit 2 Artikeln in dem bezirklichen Wochenblatt zum Wandbild für den Adlershofer Sportklub ABC-08. (bitte klicken Sie auf die Fotos für vergrößerte Ansichten)


 

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Stadtteil bewegt 2009-2011

Zurück zur "Grundforschung" im Sozialraum. Was bewegt die Menschen: Faire Deals, Geben und Nehmen, neue Wege zu Motivation. Marzahn-Hellersdorf 2009-2011

2009-2011 führte Caiju e.V. im Auftrag des Jugendamtes Marzahn-Hellersdorf in der Bezirksregion Fünf (Hellersdorf Süd, Kaulsdorf Nord) soziale Interventionen innerhalb des Förderrahmens „fallunspezifische Arbeit“ (FuA) durch. In Phasen mit einer Dauer von 6 bis 12 Monaten wurden Lösungsansätze zu den allgegenwärtigen Problemen der Partizipation und dem Engagement entwickelt und erprobt.

Stadtteil-bewegt ermöglichte zusammen mit dem 2010 durchgeführten Praxisforschungsprojekt ⇨ Roter Faden Experimente und führte zu Erkenntnissen, die die Basis bildeten für die Weiterentwicklung von ⇨ TeenKom, die Entwicklung vom Fortbildungsformat  ⇨ LösungsSpiele sowie die Entwicklung ab 2014 vom Interventionskonzept Jugendprojektentwicklungsfonds.


Stadtteil-bewegt Auftakt 15.4.2009:

Weshalb Menschen Angebote nicht in Anspruch nehmen?

Mit der Etablierung der Ansätze der Sozialraumorientierung sind die Kommunen und freien Träger heute aufgestellt, um gemeinsam durch eine Vernetzung der Sektoren Bildung, Kultur, Soziales, Gesundheit und Arbeitsmarkt integrierte Lösungen zu finden. 
Hellersdorf Süd - LOR-Karte

"Es geht um den Aufbau, die Unterstützung sowie das Aufspüren von lebensweltlichen Kapazitäten - vom Sportverein über den lokalen Schrotthandel bis hin zu informellen Netzwerken sowie zum Kleinhandel und großen Unternehmen-, die einen wesentlichen – durchaus funktionierenden – Teil eines sozialräumlichen Milieus repräsentieren und die eine Vielzahl von Gestaltungsleistungen erbringen…" (Wolfgang Hinte, 1999, Fallarbeit und Lebensweltgestaltung – Sozialraumbudget statt Fallfinanzierung, in: Institut für soziale Arbeit (ISA)(Hrsg.): Soziale Indikatoren und Sozialraumbudget in der Kinder- und Jugendhilfe. Soziale Praxis, Heft 20. Münster, S. 82-94.). ⇨ Mehr über die Grundalgen von Stadtteil-bewegt


Stadtteil-bewegt 1. Phase 8.5.-8.7.2009:

Intervention im Sozialraum, Gründung der Deal-Agentur

Deal-Agentur

Leitgedanke: "Wir bringen zusammen, was zusammen gehört: Die Menschen in ihrem Stadtteil". 
Fazit: Die herkömmlichen Formen des Engagements, Nachbarschaftshilfe (Tauschbörse, freiwilliges Engagement) und Selbsthilfegruppen fordern ein hohes Maß an Sympathie. Tendenziell werden hier Deals von Menschen ausgehandelt, die ohnehin kulturelle Gemeinsamkeiten haben. Als Instrument der Integration von benachteiligten jungen Menschen in nicht benachteiligten Milieus sind diese zwei Formen des Engagements deshalb nicht nachhaltig bzw. erfordern sie einen langen Vorlauf (sich kennen- und sich gegenseitig vertrauen lernen) und viel Betreuung (um die Sympathie-Entwicklung sicher zu stellen). ⇨ 1. Phase Bericht & Fotos


Stadtteil-bewegt 2. Phase 1.9.-15.12.2009:  

Strukturelle Voraussetzungen im Bezirk, Blitzjob-Verfahren

TeenKom

Leitgedanke: "Kannst Du Menschen bewegen?"
Fazit: Das bereits erreichte positive Ergebnis durch den Einsatz des Instruments „Blitzjob“ im Bezirk Treptow-Köpenick hat sich bestätigt. Die Blitzjobs fördern Zweckbeziehungen, die jungen Menschen einen sehr niedrigschwelligen und sofortigen Übergang zu selbstwirksamen Handlungsabläufen ermöglichen. Dabei sind die eigentlichen Ziele die „Nebeneffekte“ des Jobbens. ⇨ 2. Phase Bericht & Fotos


Stadtteil-bewegt 3. Phase 2010:  

Der künstlerische Prozess als Arbeitsstruktur 

ORWO Auftrag Banner

Leitgedanke: "Kultur als Arbeitswelt – Wertschätzung und Vermarktung der schöpferischen Arbeit junger Menschen als Produkt im lokalen Wertschöpfungskreislauf"
Fazit: In der Zusammenarbeit und der Nutzung des lokalen institutionellen Netzwerks entstand eine Zuspiel-Kultur, die den Jugendlichen innerhalb ihres Sozialraumes neue Ressourcen eröffnet hat. Für die teilnehmenden jungen Menschen war „Kunst“ bzw. kreative Aktivität nicht länger nur ein Hobby oder diskreditierende Nutzung des Sozialraums (Graffiti, „Zweckentfremdung“ öffentlicher Plätze und sozialer Räume wie Shopping-Center), sondern die Frage von Leistung und Lernen hinsichtlich der Co-Produktion sozialer Gemeinschaftsgüter (Stadtteilbanner, Stadtteilfest). ⇨ 3. Phase Bericht & Fotos


Stadtteil-bewegt 4. Phase 2011: 

Filmstafette - Portrait Mensch, Leute machen Stadtteil

Film Portrait Mensch

Leitgedanke: „Wie ist Leben und Arbeiten in Deinem Stadtteil vernetzt?“
Fazit: Durch das Zuspiel von Privatpersonen an Unternehmer/innen, Gründern/innen, Selbständige und vice versa haben die Jugendlichen in Projektphase vier die Netzwerke zwischen Gewerbetreibenden und Privatpersonen in der Bezirksregion fünf aufgedeckt. Das als Dokumentationsmedium gewählte „Video-Interview“ ermöglichte den Jugendlichen nicht nur eine Erfahrung, sondern auch eine Verbildlichung dieser Netzwerke. Durch die Möglichkeit in den Interviews detaillierte Fragen zum Leben und Arbeiten im Stadtbezirk sowie zum Zusammenspiel beider Bereiche zu stellen, konnten die Jugendlichen das Bild der Vernetzung bis zu einem gewissen Grade feinzeichnen. ⇨ 4. Phase Bericht & Film

Stadtteil bewegt wurde im Auftrag des Bezirks Marzahn-Hellersdorf unter Mitwirkung von Student*innen der Humboldt Universität zu Berlin sowie The Institute for Cultural Diplomacy umgesetzt. ⇨ Mehr über Stadtteil bewegt

            http://www.culturaldiplomacy.org/index.php?event-review-scandinavia-meets-germany
 

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TeenKom vertieft und verbreitet

Qualifizierung und Zeugnisse + neue Gebiete

In den Projektjahren 2009 und 2010 konnte sich TeenKom gut etablieren. 2011 bestand die Herausforderung vor allem in der Verstetigung des Blitzjob-Verfahrens sowie der Multiplikation der Ansätze im Modellbezirk und darüber hinaus. Es wurden demzufolge viele Ressourcen in Detailarbeit investiert: Während die Anzahl mitwirkender Jugendlicher gleich blieb, wurde vermehrt exemplarisch mit dem Werdegang der einzelnen Teilnehmer*innen über das Blitzjob-Verfahren hinaus gearbeitet. Somit konnte die passgenaue Aufnahme ins Projekt und die Weitervermittlung, u.a. durch Vergabe von TeenKom Zeugnissen, intensiver gefördert werden.

TeenKom Zeugnis - Vorderseite        TeenKom Zeugnis - Rückseite

Durch Klicken auf die Fotos öffnet sich das Zeugnis vergrößert in einem neuen Fenster.


Bei TeenKom finden standardmäßig nach jedem Blitzjob mit dem Jugendlichen sowie der*m Auftraggeber*in mündliche, meist telefonisch durchgeführte Auswertungen statt. Mittels der eigens für TeenKom entwickelten Software TK2, dienen die sorgfältige Sammlung von Daten vor allem zur Erstellung von Zeugnissen für die Jugendlichen. Mit 16 Jahren sind viele Jugendliche noch ohne formale Berufserfahrung oder überzeugenden Schulabschluss. Blitzjobber hingegen können häufig auf über 50 Stunden fremdeingeschätzte Arbeit aus vielfältigen Tätigkeiten zurückblicken. Auf der Rückseite werden die Ergebnisse eines ca. 2-stündigen Reflexionsgesprächs, zwischen dem Jugendlichen und einem Coach, durch Eintragungen des Jugendlichen selbst festgehalten. 

Blitzjobber Mimi zeigt stolz ihr Zeugnis nach 1 Jahr bei TeenKom

"Mimi" aus Oberschöneweide übernahm 2009 - 2011 im Alter von 15 bis 17 Jahren 42 Blitzjobs. Davon waren sechs in der Rolle als Teamleiterin und sechs in der Betreuung von drei Kunden als JuniorCoach mit Verantwortung für Organisation und Auswertung. Mit einer Dauer von insgesamt 91,5 war sie in 19 verschiedenen Tätigkeitsbereichen für 15 verschiedene Kunden aktiv. Mimi bekam von den Auftraggebern die Durchschnittsnote 8,8 (in einer 10 Punkte Skala) und fand anschließend einen Ausbildungsplatz als Arzthelferin.

Betreffend der Multiplikation des Projekts wurden sukzessiv weitere Brennpunkte im Bezirk berücksichtigt. U.a. wurden Jugendliche aus Alt Glienicke im Projekt aufgenommen. In Kooperation mit der Wilhelm-Bölsche-Oberschule (einer „integrierten Sekundarschule“) wurde im Frühling 2011 ein Pilotprojekt durchgeführt, worauf TeenKom ab Herbst im Programm "Berliner vertiefte Berufsorientierung" (BvBo) für die Schule eingesetzt wurde. 


Mehr über Reifezonen und Qualifizierung ⇨ Film Check-in Arbeitwelt  und zudem über Schnittstellen zur Schule unter ⇨ Methoden für Matching und Praxisbetreuung

TeenKom Ergebnisse bis Ende 2012

Branchen: IT, Gesundheit, Soziales, Pflegeunterstützung, Veranstaltungsservice, Mode, div. Dienstleistungen, leichtes Handwerk, Handwerk, Theater, Kunst & Kultur, Einzelhandel
TeenKom Kennzahlen 2009-2012

*Neue Gebiete: Das TeenKom Pilotprojekt in Treptow-Köpenicke (2011) führte dazu, dass ab 2012 mehrjährige Modellprojete in Spandau, Mitte und Marzahn-Hellersdorf durchgeführt werden konnten.


Auf der operativen Ebene wurden 2011-2012 zahlreiche Jugendliche aus dem Projekt -überwiegend in Ausbildungen- verabschiedet. Diese Schüler*innen oder Ausbildungssuchende hatten sich in den Jahren zuvor, mit der Unterstützung von TeenKom, auf das Berufsleben vorbereitet. Während die Zahlen der registrierten und aktiven Jugendlichen dadurch reduziert wurden, konnte sowohl das Angebot von Blitzjobs als auch die durchgeführten Blitzjob-Stunden etwa auf dem gleichen Niveau als in den Jahren zuvor gehalten werden. Wie im Jahr 2011 wurde die weitere Betreuung der Jugendlichen in Form von Workshops, individuellem Coaching und Beratung geleistet.


TeenKom 2010 als Serviceteam mit Polit- und Wirtschaftsprominenz beim Sommerfest der Berliner Wirtschaftsgespräche in Adlershof

TeenKom 2010 als Serviceteam mit Polit- und Wirtschaftsprominenz beim Sommerfest der Berliner Wirtschaftsgespräche in Adlershof

und bei Deal-making-ohne-Geld-Veranstaltung für non- und for-Profit Akteure in Köpenick

...und im Herbst bei der Deal-making-ohne-Geld-Veranstaltung für non- und for-Profit Akteure in Köpenick.



Feedback von Blitzjob Auftraggeber*innen

Anfang 2012 wurden TeenKom Kunden um ein Feedback gebeten. Hierzu wurden Ihnen 5 Fragen gestellt. Im Folgenden Antworten von 4 Kunden:


Seit wann bzw. wie lange arbeiten Sie mit TeenKom zusammen?

  1. die Zusmmenarbeit erfolgt seit August 2010

  2. Seit März 2011

  3. ...gefühlt ewig, 2-3 Jahre!?

  4. Ich habe viermal den Dienst von Blitzjobbern in Anspruch genommen und insgesamt 2 Blitzjobber kennengelernt.

Was bringt Ihnen die Zusammenarbeit?

  1. Die Zusammenarbeit bringt uns den Gedanken der gegenseitigen Hilfe, der Integration Jugendlicher und dem Verständnis von "Jung und Alt" ein Stück näher, ein Geben und Nehmen ohne die Forderung nach Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit.

  2. Unterstützung bei den Tätigkeiten die anfallen und notwendig sind, hier: Gartenarbeit (einfach)

  3. entschieden mehr Aufwand & Arbeit, sowie ein gutes Gefühl einigen Jugendlichen einen Denkanstoß/gebraucht zu werden/sich organisieren zu müssen gegeben zu haben.

  4. In erster Linie eine praktische, schnelle und günstige Hilfe bei Tätigkeiten, die ich nicht allein bewältigen kann oder nur ungern allein mache. Gleichzeitig mag ich das Zusammenarbeiten mit wesentlich jüngeren Menschen, da sie mein System allein durch ihre bloße Anwesenheit durchmischen. Sie stellen Fragen und gerade die einfachsten Fragen z.B. in Bezug auf ein Arbeitsverfahren können eine sehr inspirierende Wirkung haben und schließlich das Arbeitsverfahren selbst verändern. Ich mag die Energie von jungen Leuten.

Was bringt TeenKom Ihrer Meinung nach den Jugendlichen im Übergang von der Schule in den Beruf?

  1. ein Verständnis für Veränderungen und für ein veranstwortliches Miteinander. Ein Gefühl, daß nicht alles, was fremd ist, auch fremd bleiben muß

  2. Praxiserfahrung; Aufgabenverständnis; Einschätzung des eigenen Leistungsvermögens, Kennenlernen der eigenen Grenzen bzw. Ausloten der persönlichen Anstrengungsbereitschaft; "Passt die geforderte Tätigkeit zu mir?"; Umgang mit "Vorgesetzten": Selbstbestimmung vs Unterordnung; Zuverlässigkeit; Preis/Leistung-Verhältnis kennenlernen etc.

  3. eine sinnvolle Freizeitoption, Selbstbewußtsein und hoffentlich Verantwortungsgefühl!

  4. Ich baue Objekte und Räume aus armen Materialien. Mein Atelier und meine Arbeitsweise, meine Aufmerksamkeit für "Abfallmaterialien" ist schon recht eigen. Ein junger Mensch könnte allein der Kontakt, das kurze Eintauchen in eine andere Welt, etwas geben. In der Hinsicht, dass er einen Ort kennenlernt, wo die Uhren etwas anders ticken. Er könnte Lernen, dass man durchaus seiner Kreativität und Leidenschaft nachgehen kann, wann man versteht diese mit den Mechanismen der (zahlenden) Umwelt kurzzuschließen. Zuverlässigkeit und Disziplin sind in jedem Beruf notwendige Voraussetzungen. Natürlich könnte er beim Arbeiten im Atelier auch gewisse Fertigkeiten lernen, gar ein wenig "Handwerk". Was aber vorausgesetzt, das ein Jugendlicher mehrmals einen Blitzjob annimmt. Auch wenn er dann im Beruf etwas ganz anderes macht, wird er die Erfahrungen mitnehmen können und im besten Falle in das neue Aufgabengebiet transferieren.

Welche Rolle kann TeenKom für Firmen die Nachwuchs suchen bzw. für Privatpersonen die ab und zu die Hilfe von Jugendlichen brauchen können spielen?

  1. in Verdindung mit einem Träger ( z.B. Einstiegsqualifizierung) kann den Jugendlichen ein Angebot zur Integration auf dem Arbeitsmarkt unterbreitet werden, welches dann durchaus in der Ausbildung zum Facharbeiter münden kann

  2. Vermittlung; Kontrolle; Betreuung (Supervision/Coaching/Orientierung/Halt)

  3. vorbereitende "Puffer"

  4. TeenKom verstehe ich als Vermittler und Organisator. TeenKom ist das Bindeglied zwischen Firmen/Privatpersonen und den Jugendlichen. Es sollte auf der einen Seite Schutz für die Jugendlichen sein, auf der anderen Seite auch Ansprechpartner für die Firmen bzw. Privatpersonen, wenn einmal Dinge nicht klappen.

Weitere Aussagen bzw. eine Anekdote von einem einzelnen Blitzjob?

  1. Wir hatten bei uns einen Blitzjobber, der jedesmal, wenn er bei uns eingeplant war, mit "Magenschmerzen" erschien - jedesmal bekam er folgende Angebote: 4 - umgehend einen Arzt aufzusuchen, 3 - nach Haus fahren, um sich zu kurieren, 2 - so lang mitzuarbeiten, wie es seine "Magenschmerzen" zuließen oder 1 -  bis zum Ende mitzumachen. "Magenschmerzen" können scheinbar verfliegen. Die eigentverantwortliche Entscheidung des Blitzjobbers konnte "Magenschmerzen" besiegen. Er war grundsätzlich die Nummer 1, immer bis zum Schluß dabei.

  2. "Wenn mir die Gartenarbeit anfängt im Rücken weh zu tun, dann setze ich mich auf den Po, und mache so weiter!"

  3. Da wir erleben mit welchen Flausen & Motivation die Jugendlichen diese Jobs annehmen, erkennen wir die Wichtigkeit der Vorbereitung. Vielen wird es bestimmt den Einstieg ermöglichen/vereinfachen.

  4. Ich halte mich an die Spielregel des Decknamens, möchte jedoch anmerken, dass wenn ich einen Jugendlichen besonders lobe, wenn er etwas richtig gut gemacht hat, dieses Lob vielleicht nicht ganz zu ihm durchdringt, weil ich ihn nicht mit seinem wirklichen Namen angesprochen habe. Ich lobe sozusagen "seine Rolle". Ich möchte in sehr naher Zukunft aus meinem Atelier eine Wunderkammer machen bzw. bauen. Das könnte auch für einige Jugendliche spannend sein; zu verfolgen, wie sich ein Raum komplett (durch ihre Hilfe und Mitwirken) verändert und zu etwas ganz barock Verrücktem, zu etwas Utopischem wird. Ich würde mich freuen, die Zusammenarbeit mit TeenKom für dieses Projekt fortzusetzen.

Video-Umfragen zu TeenKom

Beim "Wasserfest Müggelsee" im Juli 2009 sowie am Köpenicker Straßenfest "Kietzer Sommer" im Juni 2011, führten Blitzjobber von TeenKom Interviews mit Passanten durch: Welche Erfahrungen haben verschiedene Generationen mit Aushilfstätigkeiten in der Jugend gemacht und wie sehen sie das heute? Aus den Antworten entsteht ein eindrucksvolles Bild der Bedeutung von frühen Jobmöglichkeiten für die berufliche Laufbahn.


Ein ausgereiftes Instrument

Ende 2012 hatte sich TeenKom nach einer 4½-jähriger Modellphase von einer reinen Idee zu einem erprobten und in vielen Kreisen bekanntem Praxisprojekt entwickelt. Mit gut 100 Kunden - darunter ca. die Hälfte Privatpersonen, ein Fünftel gemeinnützige Organisationen und der Rest Gewerbetreibende mit knapp der Hälfte aus der Kreativwirtschaft, war die Basis für Kontinuität und Blitzjobvielfalt für die mittlerweile dritten „Generation“ vom Jugendlichen Blitzjobber geschaffen.

Im letzten Projektjahr konnte durch die erfolgreiche Entwicklung des Folgeprojekts Stadtteil-Pilot für die Weiterführung des TeenKom Betriebs in Treptow-Köpenick gesorgt werden (bis Mitte 2015). Dies bedeutete gleichzeitig die Erprobung von theoretischen Fragestellungen in der Praxis. Als Projekt des Aktionsplans des Treptow-Köpenicker "Bezirklichen Bündnis für Wirtschaft und Arbeit" im Programm "Partnerschaft, Entwicklung, Beschäftigung" (PEB, finanziert durch das Land Berlin und der EU) sollte mit dem Stadtteil-Pilot untersucht werden, wie eine bessere Nutzung von vorhandenen Ressourcen im Stadtteil sowie eine systematische Andockungen an bestehende Angebote und Institutionen neue Chancen und Reifezonen für die Entwicklung von Motivation für Qualifizierung und Arbeitsweltintegration unter jungen Menschen hergestellt werden könnte.

⇨ Mehr über Stadtteil-Pilot

TeenKom war nicht länger ein Ansatz in der Erprobung. Es gab zwar noch ungeklärte Themen hinsichtlich der Anbindung an bestehende Strukturen, aber die Kernprozesse, wie die Bereitschaft Jugendlicher und Auftraggeber sich auf „das Spiel“ einzulassen oder dem softwaregestützten Management und Coaching aller Prozesse, hatten sich bereits nach zwei Jahren Modellphase (bis Mitte 2010) in einem routinemäßigen Betrieb verfestigt.

Mit TeenKom ist ein Instrument entstanden, welches bei der Beteiligung von Jugendlichen als Voraussetzung für Chancengleichheit und Arbeitsweltintegration, ganz neue Perspektiven öffnen konnte und dies in den folgenden Jahren auch tat.

 

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Betriebssystem für Beteiligung

Neue Projektformate "powered by TeenKom" seit 2010

Fünf Jahren nach dem ersten Testprojekt, der  ⇧ TeenKom Trailer in Schöneberg Nord, und zwei Jahren nach dem Beginn des  ⇧ Modellprojekts in Treptow-Köpenick, war Mitte 2010 klar geworden, dass die Grundbestandteile von TeenKom funktionieren. Der Blitzjob selber, die ziemlich simple Idee, dass Jugendliche ab und zu jobben, war dabei nur wie der sichtbare Teil eines Eisbergs (ein Zehntel). Neun Zehntel der Potentiale und Wirkungen sowie Herausforderungen für die Systementwicklung waren auf dem ersten Blick nicht unbedingt zu sehen:

  • Die Wirkungen bei den Jugendlichen - hinter dem Jobben und dem Taschengeldverdienst steht die Berufsorientierung. Für TeenKom geht es nicht nur um eine "Platzierungen in Ausbildungen", sondern hauptsächlich um Motivation, Mut, Kraft und Wille zur Selbstbestimmung bevor die wichtigen Qualifizierungen und Entscheidungen zum beruflichen Werdegang stattfinden.

  • Die Wirkungen in der Erwachsenen-Welt - sind genauso wichtig! Die kleinteilig erworbene Toleranz bei den Auftraggeber*innen, das Miteinander zwischen den Generationen im Privaten und Beruflichen ist eine bunte Vielfalt in unterschiedlichen Milieus. Insgesamt eine Übung für das, was man heute unter der Herstellung von Inklusion versteht.

  • Das Potential erkennen: TeenKom wie ein "Betriebssystem für Beteiligung" zu verstehen, gelang ab 2010. Hierfür war die Entwicklung eines "Powered by TeenKom" Instrumentenkoffers von nöten. Nicht nur der Bezahlungseffekt sollte neue Perspektiven öffnen, sondern TeenKom selbst, als Instrument für Verbindlichkeitstraining, Rollenverständnis, Verantwortungsbewußtsein und Millieuerkundung unter Jugendlichen muss gesehen werden. Hierunter fällt auch die Entwicklung und Umsetzung neuer Betreuungsstrategien mit Sozialraum-Orientierung statt Beziehungs-Orientierung. 

  • ...und schließlich das System selbst mit den Coaches, Partnern, Fördergeber*innnen und deren technischen Hantierung, die Rechtssicherheit und der Verbreitung. Eine Vielfalt an Aufgaben mit "open End".

⇨ Mehr zu den methodischen Hintergründen im Fachbeitrag "TeenKom - ein Beispiel akupunktureller Intervention"

Zu den neuen Beteiligungsverfahren seit 2010 "powered by TeenKom" gehören ⇩ BeratungsSpiel,  ⇩ Das Blumenprojekt,  ⇩ KiezExperten* und  ⇩ Projekte von Jugendlichen

*Die Methode "KiezExperten": die Planung und Durchführung von Stadtteil-Führungen durch Jugendliche, wurde nicht von Caiju e.V. entwickelt. Caiju e.V. beteiligte sich nur mit der Begleitung der Blitzjob-Planungs- und Auswertungskultur und dem Vorgang dieses mit Aufwandsentschädigungen wertzuschätzen, um das Rollenverständnis der Jugendlichen als Mitproduzent*innen realer Dienstleistungsangebote glaubhafter realisieren zu können.

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Beteiligung mit System: Meilensteine und ToDo's Anno 2010

Im Vergleich zu den im Rahmen der ersten Praxiserprobung 2005 festgestellten Bedarfe für Entwicklung - siehe  ⇧  Weitere Aufgaben - hatten sich die meisten Themen geklärt. Die durchgezogene "Ritualisierung" aller Vorgänge bei TeenKom schaffte einerseits einen soliden öffentlichen Auftritt und andererseits Instrumente für die interne Hantierung:

  • StarterKits für Teilnehmer*innen

  • Softwareentwicklung - Im Laufe des Jahres 2010 wurde die erste rudimentäre TeenKom Software von „TK2“ abgelöst. Nun konnte an eine umfassende Softwarearchitektur für Customer Relation Management (CRM, Akquise, Profil- und Kontaktmanagement, Coach-Zusammenarbeit) angeknüpft werden. "TK2" steht bis heute für die Planung, das Matching, die Auswertung, Zertifizierung und die Abrechnung von Blitzjobs zur Verfügung.

TeenKom Performance Farbleiste

  • Rechtssicherheit - Mitte 2010 wurde die Klärung vom "letzten Puzzlestein" im Kernsystem TeenKom eingeleitet: Nachdem ein großes Versicherungsunternehmen eigens für TeenKom eine unbürokratische Haftpflichtversicherungspolice entwickelt hatte, ging es nun um die arbeitsrechtliche Positionierung des Blitzjob-Formats. Ein aufwendiger Prozess, welcher erst 2014 seine Klärung fand. Die Zuordnung durch der Deutschen Rentenversicherung stellte sicher, dass die jugendliche Blitzjobber*innen unter die Voraussetzung der Gemeinnützigkeit und die Steuerfreistellung, anerkannt durch das Finanzamt, bei Einnahmen im Rahmen der Ehrenamtspauschale nicht bei der Sozialversicherung angemeldet werden und deswegen auch keine Sozialabgaben zu zahlen sind.

  • Matching und Praxisbetreuung

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BeratungsSpiel

Jugendliche im Rahmen von TeenKom beauftragt, Rollenspiele zu komplexe Themen zu entwickeln, um so ein Dialog zwischen Fachleuten und deren jugendlichen Zielgruppen zu ermöglichen, seit 2010

BeratungsSpielAngesicht scheinbar unüberwindbarer Barrieren zwischen Beratungsinstanzen und ihrer Zielgruppen hinsichtlich Sprachgebrauch und Nutzung fachspezifischer Terminologie entwickelte Caiju 2010 im Rahmen des Projekts ⇨ Roter Faden das "BeratungsSpiel". Seitdem konnte das Verfahren wiederholt erfolgreich eingesetzt werden und es möglich machen, dass junge Menschen ungeachtet ihres Bildungsstandes bei komplexen Fachthemen mitdiskutieren können. 

⇨ Mehr über die BeratungsSpiele
 

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In Brennpunkte von Ost bis West

TeenKom Projekte ab 2011 auch in Marzahn-Hellersdorf, Spandau und Mitte/ Wedding. Blitzjobanfragen werden (fast) berlinweit abgedeckt.

TeenKom Berlinweit

TeenKom geht seit ca. 2010 über die Grenzen der geförderten Bezirksprojekten hinaus, denn auch überregional entstand viel Interesse. TeenKom konnte durch Förderungen von Pilotprojekten in Brennpunkten in den Bezirken Spandau, Mitte und Marzahn-Hellersdorf gestartet werden. Dabei wurde spezifisch an dem besonderen Prozess des Transfers erfolgreich gearbeitet, was u.a. die Arbeit mit Coach-Training, Vernetzungsmethoden und eine differenzierte Datenverarbeitung betrifft. Dabei wurde gewährleistet, dass zum einen die Bezirksprojekte grundsätzlich als autonome Stadtteilprojekte laufen können, zum anderen, dass bei größeren Aktionen sowohl auf Coach-Ebene als auch für die jugendlichen Teilnehmer*innen bezirksübergreifende Aktionen möglich sind. Gerade für die Kern-Teilnehmer*innen ist Mobilität ein durch Habitus sowie durch geringe finanzielle Mittel verursachtes Defizit. Dies kann funktionale Blitzjobs gefördert werden. 

Berliner Wirtschaftsgespräche Sommerfest 2011

Beim Sommerfest der Berliner Wirtschaftsgespräche am 10. September 2011 zeigte sich TeenKoms berlinweite Vernetzung. 14 Blitzjobber aus 5 Berliner Bezirken halfen beim Service und der Aufsicht bei den ausgestellten Kunstwerken mit: v.l. Ali, Tine, Jennaz, Seack, Viper, Necco, Ritchi, Afia, Blacky, Letiza, Tuana, Samet und Duygu. (Delta ist nicht im Foto, weil er zeitgleich auf die Kunstwerke aufpasste)


Das Tor-Bild Projekt

Die in den Vorjahren angegangene Kooperation mit Schulen und Akquise von Kulturprojekten (in welchen Jugendliche sich vertiefend mit Kulturtechniken auseinandersetzen) konnte bspw. durch das „Tor-Bild“-Projekt im Auftrag eines Hauseigentümers in Friedrichshagen oder durch das von TeenKom unterstützte „Blumenprojekt“ (siehe weiter unten) im Rahmen des LAP-Programms in Schöneweide erfolgreich fortgesetzt werden.

Eine Folge waren regelmäßige Einladungen zu lokalem oder überregionalem Fachaustausch, bspw. mit der Einladung nach Oslo im Januar 2012, mit dem Besuch einer Gruppe von dänischen Jugendzentrumsleitern im Mai 2012 oder als Best-Practice-Modell an der Konferenzmesse im FEZ-Berlin, am 16. Oktober 2012 mit „Brücken in die Zukunft: Schülerfirmen für eine inklusive Schule“. 

Webseite in progress Über die Hamburger Alsterdorf Stiftung

 

TeenKom und Schule

...zumindest um Alternativen zum akuten Mangel an Beteiligung im Bildungssystem zeigen zu können...

Wenn wir uns mit Beteiligung Jugendlicher beschäftigen, führt kein Weg an der Schule vorbei. Dort verbringen wir alle mindestens 9 volle Jahre. Es ist aber ein fast unmögliches Thema... 

Webseite in progress <in Arbeit>

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Brennpunkt goes Kulturszene

Mitte/ Wedding 2011-2013, zwischen Schule und Sozialraum

Webseite in progress <in Arbeit>


Webseite in progress <in Arbeit>


Blitzjob Cat-Walk Wedding Designer

<untertitel>

Webseite in progress <in Arbeit>

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4 Kulturen und eine Hochzeit

Ein Blitzjob-Anekdote, Charlottenburg 2013

Wie unterschiedlich in fremden Kulturen Hochzeiten gefeiert werden, davon konnten sich sechs TeenKom-Blitzjobber im Mai 2013 einen sehr guten Eindruck machen. Dieses Mal wurden Jugendliche als Helfer*innen bei einer deutsch-griechischen Hochzeitsfeier auf dem Gelände der katholischen Kirchengemeinde St. Canisius in Charlottenburg eingesetzt.

Das Besondere: Die teilnehmenden Jugendlichen, zwischen 14 und 22 Jahre alt, kamen aus ganz unterschiedlichen Bezirken und haben verschiedene kulturelle Hintergründe. Die deutsch-griechische Hochzeitsfeier war eine neue Erfahrung. Von Beginn an stießen die Coaches Alessa und Janina bei ihrer Suche nach Teilnehmern auf aufgeschlossene Jugendliche. Das Interesse seitens der Jugendlichen an diesem Blitzjobangebot war so groß, dass sie dafür sogar weite Anfahrtswege in Kauf nahmen und dies kein Problem darstellte.

Die erste Schicht kümmerte sich um den Aufbau des Kuchenbuffets und war für das Catering zuständig. Elif (14), Azimiz (22) und Niko (19) waren aus Spandau, Wedding und Marzahn-Hellersdorf angereist und einige von ihnen noch nie zuvor auf einer "deutschen" Hochzeitsfeier. Elifs Familie stammt aus dem Iran, Azimiz kommt aus Nigeria und Nikos Verwandte sind Roma. Wie sie den Coaches im Nachhinein berichteten, hatten sie ein Menge Spaß und empfanden diese kulturelle Erfahrung als "super interessant".

Blitzjobber Niko, Elif und Azimiz mit TeenKom-Coach Janina

Blitzjob-Team 1: Niko, Elif und Azimiz hatten eine Menge Spaß und gewannen viele neue Eindrücke. Hier mit TeenKom-Coach Janina.

Elif, die in Spandau wohnt und zum ersten Mal einen Blitzjob außerhalb ihres Bezirkes annahm, war schlichtweg begeistert. Für sie bedeutete dieser Blitzjob mehr als nur ein Job außerhalb Spandaus. Neben den vielen kulturellen Eindrücken erschien sie durch diese "bezirkliche Grenzüberschreitung" um einiges selbstständiger. Das sie nach dieser Erfahrung  überall hinkommen würde, vor allem auch um die anderen Blitzjobber zu sehen, zeigt ihre starke Entwicklung im Hinblick auf Mobilität. Manchmal bedarf es nur einen kleinen Schritt um einen Riesenerfolg für sich selbst zu verbuchen.

Für die zweite Schicht ab 19.30  bis 24 Uhr wurden ältere Jugendliche eingeteilt, die bis Mitternacht allein unterwegs sein dürfen. Ella (19), Sila (18) und Tuana (18), alle drei Berufsschülerinnen, lösten die erste Schicht ab. Yusuf (22) verantwortete den Grill. Auch das zweite Team fand es "spannend" auf einer "deutschen" Hochzeit dabei zu sein. Die Blitzjobber hatten eine Menge Spaß und erledigten verantwortungsvoll ihre Aufgaben. Um 24 Uhr hatten die Blitzjobber Feierabend und fuhren erschöpft und zufrieden nach Hause. 


Blitzjobberinnen Ella, Sila und Tuana

Die zweite Serviceschicht übernahmen die Blitzjobberinnen Ella, Sila und Tuana mit viel Engagement und Freude.

Die Auftraggeberin war sehr zufrieden. "Die zweite Schicht war ganz besonders wach und hat alle Aufgaben sehr engagiert ausgeführt. Der Blitzjobber Yusuf am Grill war einfach spitze. Toll war, dass er noch bis 0 Uhr geblieben ist, obwohl er um 22 Uhr nach Hause gehen hätte dürfen“, sagte sie.

Zum Schluss fügte sie noch hinzu: „Wir wollten den Service auf unserer Hochzeit gerne durch Teenkom machen lassen, denn ich finde das Projekt einfach super.“

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Das Blumenprojekt

Jugendliche als Katalysatoren für das Miteinander in der Nachbarschaft

Das Blumenprojekt

Wie kann man konkrete Ideen in diesem Kontext erfolgreich umsetzen, ohne die Bewohner zu bevormunden oder die Verantwortung auf eine kleine Anzahl von Bewohnern zu beschränken?

Das Blumenprojekt wurde für diese Problemlage entworfen und entwickelt. Hier haben Jugendlichen aus dem TeenKom Projekt eine ganz besondere Rolle. Der Ausgangspunkt des Verfahrens ist, die Bewohner auf eine mögliche Begrünung des Innenhofs anzusprechen. Die Aufgabe der Jugendlichen ist es nicht, die Begrünung selbst vorzunehmen, sondern sich in der Rolle der „Blumenmanager*innen“ an die Bewohner zu wenden, zu versuchen, möglichst viele von ihnen dafür zu motivieren und sensibilisieren und wenn es dann losgeht, sich um die Organisation und Dienstpläne für Planz- und Pflegetagen zu kümmern.

⇨ Mehr über das Konzept und Praxiserfahrungen zu "Das Blumenprojekt"

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Wirtschaft und Ämter spielen mit

Spandau seit 2011

Webseite in progress <in Arbeit>

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KiezExperten

Jugendliche sind die wahren Experten für eine Kiezführung

Webseite in progress <in Arbeit>

Webseite in progress <in Arbeit>

 

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Projekte von Jugendlichen

Entwicklung des Ansatzes "Jugendprojektentwicklungsfonds", ein neues Förderinstrument.

Beteiligung kann nicht nur heißen: Ideen von Jugendlichen zu übernehmen!

Jugendprojektentwicklungsfonds
Bestehende Instrumente für Jugendbeteiligung wie Jugendjuries und Jugendparlamente werden eher von ohnehin motivierten bzw. institutionell angebundenen Jugendlichen genutzt. Der Jugendprojektentwicklungsfonds spricht niederschwelliger und professionalisiert Jugendliche als Produzent*innen sozialer Projekte an. 

⇨ Mehr über das Konzept "Jugendprojektentwicklungsfonds" und die Praxiserfahrungen

 

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Ein neues Ehrenamtsformat für junge Menschen

Blitzjob-Einsätze werden auch im gewerblichen Bereich als "Ehrenamt" definiert

Im Rahmen von Blitzjob-Einsätzen kann die Ehrenamtspauschale auch bei nicht gemeinnützigen Unternehmen sowie bei Privatpersonen zum Tragen kommen. Dies entspricht einem erweiterten Einsatzgebiet für junge Ehrenamtliche. Die Grundlagen dafür sind wie folgt:

  • Durch Blitzjobs wird kein Vertragsverhältnis zwischen dem Kunden und einem Jugendlichen begründet. Die Blitzjob-Einsätze erfolgen unentgeltlich. Insbesondere Änderungen des Arbeitsortes, der Arbeitsdauer und der Art der Tätigkeit können nur zwischen Caiju e. V. und dem Kunden vereinbart werden.
  • Blitzjobber sind satzungsgemäß Mitglieder beim Trägerverein von TeenKom mit einer Mitgliedschaft von 12 Monaten. Eine Neuaufnahme ist nach 2 Monaten Pause möglich. Blitzjobber besitzen kein Stimmrecht und sind nicht beitragsverpflichtet. Alle Blitzjobber sind unfall- und haftpflichtversichert im Rahmen ihrer Tätigkeit für Caiju e.V.
  • Blitzjobs stellen eine rechtssichere Alternative zur Schwarzarbeit unter Jugendlichen dar. Blitzjobber sind ausschließlich tätig im Rahmen der Ehrenamtspauschale (720 €/Jahr). Dem zufolge muss der Blitzjobber nicht bei der Sozialversicherung angemeldet werden und auch keine Sozialabgaben bezahlt werden. Aufwandsentschädigungen für Blitzjobber werden nach § 82 SGB XII bis zu 200 €/Monat nicht auf das Einkommen oder die Sozialleistungen angerechnet. Für geflüchtete Blitzjobber im Leistungsbezug nach §2 AsylbLG gilt dies ebenfalls da die Ehrenamtstätigkeit für den eigenen Verein stattfinden.

⇨ Mehr über das TeenKom System
⇨ Mehr über die Ausgestaltung des Blitzjobs

 

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Social Franchise

Pankow Weissensee 2014, TeenKom bekommt einen weiteren Betreiber

"Social Franchise" klingt nach Filialstrategie, nach Wirtschaft, wie beispielsweise größere Burger-Ketten. Dabei entspricht es dem Gegenteil. Ein "Sozial Franschise" bezeichnet eine besondere Form des Projekttransfers:

  • Die Nutzer*innen bekommen bei allen Franchise-Partnern gleich gute Dienstleistungen,
  • ein einheitliches Qualitätsverfahren sorgt dafür, dass nicht jedes TeenKom-Projekt selber die jahrelange Entwicklung von Coach-Schulungs- und Verfahrensstandards leisten muss, sondern
  • ein überregionaler Erfahrungsaustausch zur fortlaufenden Optimierung des gemeinsamen Projektssystems beiträgt.
  • Die zentrale Pflege und Weiterentwicklung prozessbegleitender Software ermöglicht die gemeinsame Nutzung von Ressourcen. Bspw. können Blitzjob-Aufträge aus einem TeenKom-Projekt, die in dem Moment nicht den geeigneten Blitzjobber hat, anderen TeenKom Netzwerken zugespielt werden. Auch für Jugendliche die sich gerade in einer anderen TeenKom-Region aufhalten, können dort Blitzjobs bekommen.

2014 fand der erste TeenKom Sozial Franchise statt:

TeenKom Weißensee

Die Jugendfreizeiteinrichtung Mahler20 unter der Trägerschaft von Juventus e.V. installierte 2014 das Blitzjob-Verfahren. Der Projekttransfer wurde im Pilotverfahren vom Bezirklichen Bündnis für Wirtschaft und Arbeit Berlin Pankow gefördert.

Einführung von Viviane Schmitt, Leiterin von Mahler20:

Die Jugendfreizeiteinrichtung Mahler 20 stellt unter der Trägerschaft von Juventus e.V., dem seit 1990 in der Bezirksregion Weißensee verankerter Jugendförderverein, für die Jugendlichen einen wichtigen Ausgangspunkt der Sozialraumorientierung dar. Unsere bereits etablierte Dienstleistungs- und Angebotspalette, z. Bsp. (mobiles) Jugendcafé, Jugendliche Honorarnehmer_innen mit ausgebildeten Interessen, zielt auf eine Bildung ab, die die gegenseitige Abhängigkeit von Gesellschaft und Wirtschaft hervorhebt. Vor dem Hintergrund sozialstruktureller Daten sehen wir in dem von Caiju e.V. (Verein für Chancengleichheit und Arbeitsmarktintegration Jugendlicher) entwickelten TeenKom-Verfahren, lokale Ressourcen zu bergen und nachhaltig strukturell zu verankern, ein geeignetes Instrumentarium zur notwendigen Vernetzung von Bildung und Arbeitsmarkt im Sozialraum. Das in anderen Bezirken bereits erfolgreich erprobte TeenKom System mit dem Blitzjob-Verfahren zur Kompetenzstärkung und Berufs-Wege-Findung Jugendlicher soll nun auch als integraler Bestandteil der lokalen Jugendarbeit der JFE Mahler 20 in Weißensee und für Sie verfügbar sein.

Nachdem der Projekt-Transfer im Oktober 2014 erfolgreich abgeschlossen werden konnte arbeitet der Jugendclub daran, den TeenKom-Betrieb wieder in einem neuen festen Rahmen aufnehmen zu können. TeenKom Interessenten können sich in der Zwischenzeit an die TeenKom Zentrale unter der kostenlose Telefonnummer 0800 1130130 oder per E-Mail info@teenkom.de wenden.

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