LösungsSpiele

Innovationswerkstatt > Berlin >

Fortbildung & Impulse für Fachleute und Multiplikator*innen

LösungsSpiele

LösungsSpiele wenden sich an Fachleute und Multiplikator*innen, die vor der besonderen Herausforderung stehen, ihre Zielgruppen durch Hilfe zur Selbsthilfe motivieren zu wollen.

Theoretische Inputs und Austausch können Türen öffnen zu neuen Perspektiven. Zurück in den Zwängen des Alltags, stellt sich dann häufig die Frage: Wie soll die entsprechende Lösung konkret aussehen? Und wie holen wir die Zielgruppen mit ins Boot? Mit der Methode ‚LösungsSpiele setzen wir diese Fragen an die erste Stelle.

SFBB Logo
Am 13.06.2017 führen wir wieder einen Fortbildungstag mit LösungsSpiele beim SFBB durch. Zielgruppe: Fachkräfte öffentlicher und freier Träger der Jugendarbeit, schulbezogenen Jugend(sozial)arbeit, Schulstationen, Lehrer*innen aus Berlin und Brandenburg.
5.5.17: Die Fortbildung ist voll belegt. Sollten Sie Interesse an diesem Forbildungsformat haben, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

 

Ideen gut, Lösungen besser

Lösungen gesucht

Hin und wieder suchen Fachleute und Organisationen neue Impulse und den Austausch von Ideen. Bestehendes wird hinterfragt und die strategische Planung überarbeitet. Tagungen, Zukunftswerkstätten, Studienreisen oder Teamtage können Türen öffnen zu neuen Perspektiven.

Zurück in den Zwängen des Alltags, stellt sich dann häufig die Frage: Wie holen wir die Zielgruppen mit ins Boot? …und wie soll die entsprechende Lösung konkret aussehen? Das Handeln der Zielgruppe, ihre Kooperation oder Ablehnung bzw. ihre Mitgestaltung entscheiden schließlich den Erfolg unserer Arbeit.

Die LösungsSpiele setzen diese Fragen an die erste Stelle. Es geht hier nicht primär um unsere Fachlichkeit, sondern um die Belange, das Potenzial und die Handlungsmotivation der Zielgruppe


LösungsSpiele Matrix - die Spielvorlage

LösungsSpiele - Spielvorlage

Wir setzen drei Grundsätze voraus, die (für uns alle) entscheidend sind für eine nachhaltige Zusammenarbeit. Alle weiteren Faktoren werden anhand dieser Grundsätze kritisch bemessen.

Grundsätze der Spiele

  1. Assets & Needs - Jeder Mensch hat etwas (zu bieten) und braucht etwas (um sozial gesund zu sein).

  2. Give & Take - Jedem Menschen muss eine Balance von „Geben und Nehmen“ ermöglicht werden (sonst leidet die Würde).

  3. Fair Deals - Jeder Mensch muss faire (angemessene) Vereinbarungen treffen können (sonst schwindet die Lust an der Teilnahme).

Damit legen wir los. Die Zielgruppe wird festgelegt und dann überlegt man mit Papier und Stift in Kleingruppen, welche Fähigkeiten und welche Belastbarkeit besondere Spielregeln brauchen, um die nötige Balance von Geben und Nehmen bewirken zu können.

Es steht zur Diskussion, welche Rolle Nützlichkeit und Mehrwerte spielen und bald befinden wir uns in Diskussionen zu Wachstum, Zielen und Werten. Sowohl außergewöhnliche Ideen als auch die realistische Einschätzung haben hier ihren natürlichen Raum.

In Zusammenarbeit mit der Caiju Spielleiter*in stellen Interessenten ein maßgeschneidertes Programm für ihre Organisation bzw. Gruppe zusammen:

Impulsworkshop - Das dreistündige LösungsSpiel lässt sich gut in den Arbeitsalltag einbauen und gibt den Teilnehmern ein Fundament für weitere selbständige Planung.

Teambildung - Das LösungsSpiel klärt Potenziale und Zuständigkeiten im Team hinsichtlich der produktiven Schnittstellen zur Zielgruppe. 

Prozessbegleitung - Im Rahmen von strategischen Planungsprozessen können LösungsSpiele phasenweise als analytisches Tool eingesetzt werden. 

Mitbringen

  • Lust, Gedanken auszutauschen

  • Mut, Entscheidungen zu treffen

  • Einfühlen in Belange der Anderen

Grund- und Oberschulen nutzen die Methode bspw. an Studien- oder Teamtagen, um neue Impulse im Lehrkolleg aufzudecken und eine Basis für Wertediskussionen und Konzeptentwicklung zu schaffen. Beispiel ⇩ WS 2014 - Grundschule-an-der-Wuhle, Hellersdorf.

Netzwerke für Bildung oder Stadtteilarbeit können mit LösungsSpiele ressortübergreifend die Mitwirkungsmöglichkeiten der gemeinsamen Zielgruppen hinterfragen und gemeinsame Interventionskonzepte erarbeiten. Beispiel ⇩ WS 2013 - Jahresworkshop des Bildungsverbundes "BildungsWelle", Spandau.

Fachleute mit besonders benachteiligten Zielgruppen können Brücken bauen zwischen individuellen psychosozialen Voraussetzungen und gemeinschaftlichem Betreuungsrahmen. Beispiel ⇩ WS 2010 - Norwegische Sozialarbeiter*innen ,die mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen arbeiten.

Jugendliche und Erwachsene kamen am 25. Januar 2017 im Klubhaus an der Westerwaldstraße zu einem Workshop zusammen. Konkret ging es um die Frage, wie Jugendliche Ideen einbringen können und auf welcher Basis eine Zusammenarbeit mit ihnen möglich ist. Im Idealfall soll das erzielte Ergebnis einen Mehrwert für beide Seitenbringen. Die LösungsSpiele setzen diese Fragen an die erste Stelle. Es geht nicht primär um die eigene Fachlichkeit, sondern um die Belange, das Potenzial und die Handlungsmotivation der Zielgruppe.

Die Teilnehmer*innen waren 2 Quartiersratmitgliedern, 2 Quartiersmanager*innen, 3 Schulsozialarbeiter*innen und dem Schülersprecher der B. Traven Gemeinschaftsschule, 4 Jugendlichen aus dem Projekt „Jugend bewegt“ sowie 2 Jugendlichen aus dem „TeenKom“-Projekt. Die Fragestellung lautete:

Wie und an welcher Stelle können Ideen von bzw. die Zusammenarbeit mit Jugendlichen einen Mehrwert bringen? Und wie kann diese Zusammenarbeit genau aussehen?

loesungsspiele-DSCF3894.jpg loesungsspiele-DSCF3906.jpg loesungsspiele-DSCF3909.jpg loesungsspiele-DSCF3920.jpg loesungsspiele-DSCF3929.jpg loesungsspiele-DSCF3934.jpg loesungsspiele-DSCF3940.jpg Fotos: Ralf Salecker

Gruppe 1: Die perfekte Schule

Die perfekte Schule

Ausgehend von der Erzählung eines Jugendlichen von einer perfekten Schule in Amerika (u.a. 10 Min. Pausen im Unterricht für Auflockerung, Rumtanzen etc.) sammelte die Gruppe Ideen. U.a. wurde der Bedarf festgestellt, einen Raum zu haben für alle Sinne, als „Weltallraum“ mit der Möglichkeit für schwebende Zustände und eine VR-Brille (360° Unterricht in unterschiedlichen Wahrnehmungswelten).


Gruppe 2: Spielregeln in der Schule

Spielregeln in der Schule

In den Anfangsgesprächen der Gruppe wurden Chancen und Schwierigkeiten in der Rolle des Schülersprechers aufgedeckt und durch Themen wie die Spielregeln im Schulhof (wenn die Fußballer freien Lauf haben, werden die Basketballer benachteiligt) und vor allem rundum die Handy-Nutzung ergänzt. Statt an der - vor wenigen Jahren unstrittigen – Regel „kein Handy im Unterricht“ festzuhalten, versuchte die Gruppe, die aktualisierte Bedeutung und Funktion des Handys festzustellen mit dem Ergebnis, dass die Nutzung eher konstruktiv im Schulalltag integriert werden muss. Es gibt Schulen, die solche Modelle bereits entwickelt haben, und der Schülersprecher wird fortan gezielter dazu beitragen können, ein für die B. Traven Gemeinschaftsschule fahrbares Regelset für Handynutzung zu entwickeln.


Gruppe 3: Begegnungen von Jugendlichen und Senioren

Begegnungen von Jugendlichen und Senioren

Die erste LösungsSpiel-Runde nutzte die Gruppe dazu, Bedarfe, Ressourcen und Fähigkeiten von Jugendlichen in Bezug auf mögliche Partner*innen aufzustellen. In der zweiten Runde vertiefte sich die Gruppe in mögliche Vorgänge und konkrete Spielregeln. Ergebnis war ein Format, das wie ein „Social StartUp“ alle Aspekte der Anbahnung, des Betriebs und der Nachhaltigkeit einer Begegnungskultur berücksichtigte. Gedacht ist ein fester Freitagstermin, wo Jugendliche und Senioren sich treffen können. Ausgehend von diesem Ergebnis kann die weitere Realisierung ab sofort folgen.


Gruppe 4: Begegnungen von Jugendlichen und Senioren

Begegnungen von Jugendlichen und Senioren

Auch dieser Gruppe widmete sich dem Thema Begegnungen zwischen Jugendliche und Senioren. Es wurde viel über spezifische Aktivitätsformate und mögliche Ressourcen und Förderquellen nachgedacht. Es liegt auf der Hand, die Ergebnisse der Gruppen 3 und 4 zusammenzufügen.


Die Zivilgesellschaft mit Wille und Gespür für Beteiligung lebt in Ukraine! Am 23. November hatten wir im Rahmen eines DRA - Deutsch-Russischer Austausch e.V. -Projektes Besuch von einer Gruppe mit 21 ukrainischen Fachkräften der Jugendarbeit. Wir stellten TeenKom, den Jugendprojektentwicklungsfonds und die Ansätze dahinter vor, und danach ging bei LösungsSpielen die Post ab. Es wurden Interventionen geplant, Stakeholder aufgestellt, Zeitpläne festgehalten. Alles mit den "LösungsSpiel"-Kriterien "Geben-und-Nehmen" und "Faire Deals".

Der Tagesworkshop fand statt im Rahmen des Projekts "Mehr bewegen!", Erstes Kinder- und Jugendforum im Kiewer Stadtrat und Bildungsreise nach Berlin

Ideen der drei Gruppen erreichten innerhalb von 3 Stunden eine Reife mit der die operative Arbeit beginnen kann

Jugendbeteiligung in Ukraine - 1 Jugendbeteiligung in Ukraine - 2 Jugendbeteiligung in Ukraine - 3 Jugendbeteiligung in Ukraine - 4 ls-ukraine_pause-3 Jugendbeteiligung in Ukraine - 5

Gruppe 1: Beteiligungsprojekt mit Kindern in den Hauptrollen in einem Stadtquartier um verwilderte Hunde in Tierheime zu bringen

ls-ukraine_gr1-s1 ls-ukraine_gr1-p1 ls-ukraine_gr1-p2-800px
ls-ukraine_gr1-1 ls-ukraine_gr1-2

Gruppe 2: Eine Plattform für kleine Jobs für Jugendliche, die aus der Kriegszone kommen und neuen Anschluss suchen und brauchen

ls-ukraine_gr2-s2 ls-ukraine_gr2-s1 ls-ukraine_gr2-p2-800px
ls-ukraine_gr2-1 ls-ukraine_gr2-2

Gruppe 3: Eine Support-Plattform in Donezk für gesellschaftliche Beteiligung Jugendlicher

ls-ukraine_gr3-s1 ls-ukraine_gr3-p1 ls-ukraine_gr3-p2
ls-ukraine_gr3-1 ls-ukraine_gr3-2

 

⇧ Nach oben

Innovationswerkstatt > Berlin > LösungsSpiele für Fachleute und Multiplikator*innen >

Fortbildungstagung mit LösungsSpiele beim Paritätischen Landesverband Berlin

Am 9. November 2015 führte Caiju in Kooperation mit dem Paritätischen LV Berlin e.V. eine Fortbildungstagung mit LösungsSpiele durch. Ziel war es, Impulse und Diskussionsmöglichkeiten für Fachleute zu bieten, die vor der Herausforderung stehen, inklusive motivationsfördernde Rahmen für Jugendliche herstellen zu müssen.

Mit 20 Teilnehmer*innen aus den Fachbereichen der Schulsozialarbeit in Grund- und Oberschule, außerschulische Jugendsozialarbeit, Berufsberatung und Begleitung beim Einstieg in Ausbildung war ein breites Spektrum an Perspektiven vertreten. Durch den Tag führte Initiator und Leiter von Caiju, der Dänische Künstler Per Traasdahl, sowie die Caiju-Mitarbeiterin Katharina Jacke, promovierte Politikwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung und außerschulische Jugendbildung.

Nach einem einführenden fünfminütigem Film zu den aktuellen Praxisansätzen von Caiju folgte ein Vortrag von Per Traasdahl, „Mentale Voraussetzungen für die Etablierung von ‚sicheren Orten‘ in konkreten Situationen“. Anschließend stellte Katharina Jacke Aspekte von Caijus Konzepten vor bis die Teilnehmer*innen ab elf Uhr selbst aktiv wurden mit Diskussionen in vier Workshopgruppen anhand der Methode „LösungsSpiele“.

Einstieg – mit Film und Vortrag

Der als fünfminütiger Film umgesetzte Impulsvortrag war für die Bundestagung des Paritätischen Wohlfahrtverbandes am 8. Mai 2015 erstellt worden: „Jugendliche mit Migrationshintergrund im Übergang Schule – Ausbildung, Herausforderungen, Beiträge der Jugendsozialarbeit“. Anhand von Ergebnissen aus der Projektarbeit in mehreren Berliner Bezirken seit 2009 argumentiert Caiju, dass das Übergangsmanagement die gesellschaftliche Beteiligung und Teilhabe Jugendlicher noch nicht als Schlüssel zur Motivation für sich entdeckt hat. Von der Schule bis hin zu den vielen kostspieligen nachgelagerten Strukturen, die mit den Worten von Jobcenter-Kollegen zurecht als „Reparaturbetrieb“ bezeichnet werden. Der Film ist online verfügbar unter http://jugendliche-experten.caiju.de

Im folgenden zwanzigminütigen Vortrag stellte Per Traasdahl das Konzept des „sicheren Ortes“ und das Potential von dessen Aneignung für Mainstreamszenarien vor. Diese Methodengrundlage für die Arbeit mit extrem benachteiligten Zielgruppen wie traumatisierten Geflüchteten und Gefangenen bietet sich an bei der Ausarbeitung von Eingriffen und der Entwicklung einer Haltung zur Betreuung im Hinblick auf Beteiligung demotivierter Jugendlicher. Der Vortrag, unter Fachbeiträge publiziert, wurde im Nachhinein durch aktuelle Diskussionsthemen ergänzt, u.a. mit folgenden Passagen:

Überspitzt formuliert reden wir von der fachlichen Haltung, dass es keinen Sinn macht, Vergangenheit und Zukunft für eine Person zu erforschen bzw. zu planen, wenn die Person keinen gut funktionierenden „sicheren Ort“ hat. Ist ein solcher wiederum bereits vorhanden, braucht die Person kaum Betreuung, sondern kann sehr unabhängig agieren.

In einer Zeit mit zunehmendem Druck auf junge Menschen, sich - nicht zuletzt mit Blick auf den zunehmenden Nachwuchsmangel - doch an ein Leben mit eigenem verdienten Geld anzupassen, entwickeln sich automatisch Gegenpositionen, die den fortwährenden Hilfebedarf belegen und diesen mit Forderungen von fachlichen Mindeststandards untersetzen. Zu kurz kommt im starken Kontrast zwischen diesen beiden Lagern die Diskussion zur Betreuungsflexibilität, zu Betreuungsformen, die sich auf die Phänomenologie der Motivationsbildung einlassen, hier exemplifiziert am Konzept des „sicheren Ortes“.

Eine Tugend wie Durchhaltevermögen wird bei Programmen und Maßnahmen weiterhin als Voraussetzung für die Teilnahme abverlangt. In der Arbeit mit „sicheren Orten“ heißt die Zielsetzung die Ermöglichung, dass die Zielgruppenperson zunächst Zusammenhänge – sprich Durchhaltevermögen – im Rahmen von wenigen Sekunden, Minuten oder wenigen Stunden, aber nicht von vollen Tagen oder sechsmonatiger Maßnahmenzeit für sich aktivieren kann. Gelingt dieser Mikroprozess regelmäßig ist damit die entscheidende Grundlage geschaffen, und die Skalierung auf Tage, Wochen und Monate annähernd ein Selbstläufer.

Ressorts übergreifende LösungsSpiele

Für den interaktiven Workshop ab elf Uhr wurden vier durchmischte Gruppen gebildet und die Methodik vorgestellt (siehe oben).

Gruppe 1

Hier spielten exemplarische Erfahrungen der Gruppenteilnehmer*innen in der außerschulischen Arbeit mit Jugendlichen eine zentrale Rolle. Nach längerem Kreisen um denkbare Maßnahmen wurde entschieden, ein Modell für einen Schutzraum zu skizzieren, bei dem Jugendliche in der Erstellung von den Spielregeln beteiligt werden sollen. Bevor der Tag um war, wurden bereits Details besprochen, bspw. ob Handynutzung im Schutzraum erlaubt sein sollte oder nicht bzw. ob eine solche Entscheidung allein den Jugendlichen überlassen werden sollte.

Gruppe 2

Die Arbeit dieser Gruppe wurde vor allem durch die großen Kontraste im fachlichen Rollenverständnis der Teilnehmer*innen geprägt. Wie kann bspw. die außerschulische bzw. schülerklubbasierte, jugendorientierte Arbeit in Einklang gebracht werden mit den Anliegen der Berufsberatung? Während seitens junger Menschen Hemmschwellen aufgezeigt werden können, schien es in der Diskussionen der Gruppe ebenfalls klar, dass rechtliche und andere gegebene Rahmen für die Berufsberatung eine Hemmschwelle seitens des helfenden Systems darstellen.

Gruppe 3

In Gruppe drei wurde eine konkrete Konfliktsituation im Arbeitsumfeld einer Teilnehmerin exemplarisch in die Matrix des LösungsSpiels aufgenommen. Zum Ärger der Schüler*innen hatte die Schulleiterin entschieden, dass die Schulparty nur donnerstags stattfinden darf, weil freitags kein Personal vorhanden ist. Danach war die Tradition der Schulpartys erloschen. Die grundlegende Frage war nun, wie die Schulsozialarbeit sich positionieren kann: Im Sinne der Schüler*innen bzw. diplomatisch im Versuch „alle zu versöhnen“?

Gruppe 4

Nach einem längeren Austausch mit Blick auf die Zielgruppe der Jugendlichen wurde den Gruppenmitgliedern stetig klarer, dass sie – als Fachleute – primär schauen müssen, dass sie selbst imstande sind und ein entsprechende Teamwork möglich ist, um ihre Zielgruppe sinnvoll unterstützen zu können. Eine Vielzahl an Gefährdungen für Fachleute, auch solche, die eher tabuisiert sind, wurden aufgedeckt, benannt und in Relation gestellt zu dem, was man als Fachperson geben möchte. Am Ende zeigten die Teilnehmer*innen Wege für Frühwarnsysteme und bessere kooperative Strukturen auf.


Im Rahmen des jährlichen Studientags wurde im Frühsommer 2014 LösungsSpiele mit dem gesamten Personal von Erzieher*innen und Lehrer*innen von Schule und Hort durchgeführt. Es wurde in sechs Gruppen mit ca. 5 bis 7 Teilnehmer*innen über 3 Stunden gearbeitet, wobei je zwei Gruppen jeweils aus Perspektive der Zielgruppen "Schüler*innen", "Lehrer*innen/Erzieher*innen" und "Eltern" arbeiteten. Bei der anschließenden Präsentation wurde energisch diskutiert. Das füllenste Thema war "Was machen wir" - also die Perspektive von "Lehrer*innen/ Erzieher*innen". Spontan wurde das Format einer "Gesamtkonferenz" genutzt, um zu entscheiden, dass man einen gemeinsamen Ausflug machen würde nach dem Sommer.







Im lokalen Bildungsverbund „BildungsWelle Spandauer Neustadt“ haben sich Kitas, Schulen (Grundschule sowie Oberschule "Integrierte Sekundarschule, ISS"), Jugend- und Stadtteileinrichtungen zusammengeschlossen, die sich gemeinsam als Netzwerk dafür einsetzen, allen Kindern und Jugendlichen aus der Neustadt eine bestmögliche Förderung entsprechend ihrer Fähigkeiten zukommen zu lassen. Der Aufbau der „BildungsWelle“ und dessen Koordination wurde 2010 vom Quartiersmanagement Spandauer Neustadt initiiert. 2013 wurde Caiju angefragt, die Methode LösungsSpiele zum Jahresworkshop am 24. April zum Thema "Übergang Schule-Beruf" einzusetzen. Es bildeten sich 3 Gruppen mit je 3 Fachleuten. 

 

Gruppe 1:  Quartiersmanagement / Bildungsträger / ISS-Schulsozialarbeit

Gruppe 1: Quartiersmanagement / Bildungsträger / ISS-Schulsozialarbeit

Gruppe 1 Präsentation: Quartiersmanagement / Bildungsträger / ISS-Schulsozialarbeit

Zu entwickelndes „Produkt“: Interessierte Schüler (für Praktika)

Vermutung: Wenn Betriebe interessierte Schüler bekommen und weniger Abbrüche erfahren, sind sie auch eher bereit sich in der Praxisentwicklung für Schüler zu engagieren.

Die Herausforderung ist an erster Stelle, Interesse bei den Schülern zu wecken. Deshalb müssen wir uns damit auseinandersetzen, was – aus Perspektive der Schüler – interessant ist =>  cool oder mit anderen einleuchtenden Vorteilen wie Ferienjob.

Nächster Schritt:  „Spritziges pädagogisches Konzept“ (Spielregeln)

 

Gruppe 2:  Schülerclub Integrierte Sekundarschule / Jugendtreff / Mädchenladen

Gruppe 2:  ISS-Schülerclub / Jugendtreff / Mädchenladen

Gruppe 2 Präsentation:  ISS-Schülerclub / Jugendtreff / Mädchenladen

Die Gruppenteilnehmer*innen arbeiteten alle mit Jugendlichen, aber nicht direkt in der Vermittlung an Betriebe. Diskutiert wurde, was Jugendliche haben, was sie brauchen, wann für sie „Geben-und-Nehmen“ stimmt und welche Rolle welcher Typ von Betreuer bzw. Multiplikator hat. Festgestellt wurde, dass die Betreuer*innen aus den in der Gruppe vertretenen Einrichtungstypen nicht für den gesamten Prozess der Praxisvermittlung für Schüler*innen und Jugendliche verantwortlich sein können, sondern für den Part, bei dem es darum geht festzustellen, wie Vereinbarungen sein müssen, damit sie auch für die Jugendlichen stimmen.

 

Gruppe 3:  Jobberatung / Grundschul-Hort / Jugendtreff

Gruppe 3:  Job-Beratung / Grundschule-Hort / Jugendtreff

Gruppe 3 Präsentation:  Job-Beratung / Grundschule-Hort / Jugendtreff

Diskussion und Kennenlernen der Verhältnisse bei Grundschülern, Jugendlichen in Freizeitprojekten und Beratung von Jugendlichen. Festgestellt wurde der Bedarf, konkrete Zusammenarbeit zu entwickeln zwischen Jugendtreff und Beratungsprojekt. Zudem wurde eine Vision entwickelt, nach der Schüler bereits in den Klassen 5-6 mit Werkstätten mit beruflichen Aktivitäten in Berührung kommen und dadurch eine Vertrautheit mit Praxis entstünde, die in die Oberschule mitgenommen werden kann.

 

⇧ Nach oben

Innovationswerkstatt > Berlin > LösungsSpiele für Fachleute und Multiplikator*innen >

Arbeit mit minderjährigen Geflüchteten in Norwegen

LösungsSpiel mit norwegischen Sozialarbeiter*innen, die 2010 auf Studientour in Berlin waren: Die Fotos zeigen Details einer Gruppenarbeit zur Frage: Wie planen wir die Arbeit mit unbegleiteten jugendlichen Geflüchteten. Zu den besonderen Ergebnissen zählte die Feststellung, dass es für den unbegleiteten Jugendlichen mit Fluchterfahrung nicht bloß ein "Wunsch", sondern ein grundsätzlicher "Bedarf" (need) ist, regelmässig Geld an seine Verwandten schicken zu können. Folglich soll die Betreuung diesen Grundbedarf anerkennen und mitwirken, diesem jungen Menschen zu ermöglichen, über mehr Geld zu verfügen als er für seine eigene Basisversorgung braucht.