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Das Blumenprojekt

Die Gegenseitigkeit und das Miteinander im direkten Wohnumfeld stärken!

Jugendliche Blitzjobber als
Brückenbauer in enger Nachbarschaft

Das nahe Lebensumfeld ist für uns alle sehr wichtig. Wir schätzen es, wenn unser Wohnumfeld schön ist, und wir uns mit den Nachbarn gut verstehen. Wie die meisten von uns schon erlebt haben, ist es nicht immer einfach, diese Umstände willentlich zu beeinflussen. Je näher wir uns dem privaten Wohn- und Lebensbereich nähern, desto eigensinniger werden wir. Wir wollen eben gerne selbst entscheiden können, wie wir leben.

In einem Wohnumfeld, das mit vielen Kontrasten gewachsen ist, und in welchem die Menschen aus ganz verschiedenen Kulturen kommen und ganz unterschiedliche Vorstellungen von einem gemeinsamen Leben haben, kann es oft schwer werden, sich auf gemeinsame Werte zu besinnen. Das Ergebnis ist dann oft der kleinste gemeinsame Nenner. Versuche, den Nachbarn mit Ideen anzusprechen, wandeln sich allzu schnell in Misstrauen oder werden mit einem resignierten „das bringt sowieso nichts“ begegnet. Ein großes Problem dabei ist, dass niemand die Verantwortung tragen will - auch dadurch bedingt, dass es ein gemeinsames Projekt sein soll, ohne eine eigentliche Leitung.

Wenn dann der Hauseigentümer, dem die Situation durch unterschiedliche Gesichtspunkte schon bekannt ist, selbst entscheidet, was zu tun ist, kann das auch nicht wirklich die beste Lösung sein. Dann werden die Entscheidungen eher „von oben“ getroffen, und nicht direkt von den Bewohnern mitgetragen und unterstützt.

Wie kann man konkrete Ideen in diesem Kontext erfolgreich umsetzen, ohne die Bewohner zu bevormunden oder die Verantwortung auf eine kleine Anzahl von Bewohnern zu beschränken?

Das Blumenprojekt wurde für diese Problemlage entworfen und entwickelt. Wie der Name schon sagt, geht es um Blumen. Die Idee wurde im Auftrag des Wohnungsbauunternehmens GESOBAU entwickelt und erstmalig im Rahmen des 2011 in Mitte umgesetzten TeenKom-Pilotprojekts erprobt. Mit dem TeenKom Blitzjob-Verfahren als Betriebssystem wird die Arbeit der Jugendlichen rechtsicher und verwaltungseffizient abgewickelt. Als erster Einsatzort wurde ein Mietshaus in der Buttmannstrasse im Wedding gewählt.

In dem Blumenprojekt haben die Jugendlichen eine ganz besondere Rolle. Der Ausgangspunkt des Verfahrens ist, die Bewohner auf eine mögliche Begrünung des Innenhofs anzusprechen. Die Aufgabe der Jugendlichen ist es nicht, die Begrünung selbst vorzunehmen, sondern sich in der Rolle der „Blumenmanager*innen“ an die Bewohner zu wenden, zu versuchen, möglichst viele von ihnen dafür zu motivieren und sensibilisieren und wenn es dann losgeht, sich um die Organisation und Dienstpläne für Planz- und Pflegetagen zu kümmern. 

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Per Traasdahl,
15.03.2015, 13:35
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Per Traasdahl,
15.03.2015, 13:36